ADAS Portable Kalibriergeräte sind mobile Systeme zur präzisen Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen wie Kameras, Radar und Lidar direkt am Fahrzeug. Sie sind kompakt, leicht transportierbar und ermöglichen Kalibrierungen ohne stationäre Anlagen. Besonders geeignet für mobile Autoglasdienste, kleinere Werkstätten oder Sachverständige, bieten sie eine flexible Lösung für Reparaturen wie Windschutzscheibenwechsel oder Karosseriearbeiten. Mit integrierter Software und Messwerkzeugen gewährleisten sie die Einhaltung von Herstellervorgaben und dokumentieren den Prozess digital. Trotz ihrer Mobilität sind sie in Funktionsumfang und Präzision teilweise eingeschränkt und erfordern optimale Bedingungen sowie geschultes Personal. Stationäre Systeme bleiben bei komplexeren Anforderungen oft die bessere Wahl.

Was sind ADAS Portable Kalibriergeräte?

Definition und Kernfunktionen

ADAS Portable Kalibriergeräte sind kompakte, mobile Systeme, die speziell dafür entwickelt wurden, Fahrerassistenzsensoren wie Kameras, Radar, Lidar und Ultraschall direkt am Fahrzeug präzise zu kalibrieren – und das ohne den Einsatz einer fest installierten Kalibrierbühne. Sie bestehen aus einem modularen oder zusammenklappbaren Rahmen, der sich präzise einstellen lässt, sowie aus austauschbaren Kalibriertafeln und Targets, die auf unterschiedliche Fahrzeugmarken und Sensoranwendungen zugeschnitten sind.

Zusätzlich sind sie mit integrierten Mess- und Ausrichtwerkzeugen wie Laser-Nivelliergeräten, Distanzmessern oder Radgreifern ausgestattet, die eine exakte Positionierung ermöglichen. Eine Steuerungseinheit, oft ein Mini-PC oder Tablet, führt den Techniker durch den gesamten Kalibrierungsprozess, lädt die spezifischen Vorgaben des Fahrzeugs und dokumentiert den Vorgang digital.

Die Kalibriersoftware spielt hierbei eine zentrale Rolle: Sie identifiziert das Fahrzeug automatisch, beispielsweise über die Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN), und wählt die entsprechenden Kalibriervorgaben sowie Targets aus. Durch klare Anweisungen zu Abständen, Höhen und Zielpositionen wird sichergestellt, dass die Herstellervorgaben eingehalten werden. Besonders in Deutschland ist es wichtig, dass die Software regelmäßig aktualisiert wird, um auch neue Fahrzeugmodelle und Assistenzfunktionen abzudecken. Zudem müssen revisionssichere PDF-Protokolle erstellt werden, um Werkstätten und Gutachtern eine rechtssichere Dokumentation zu bieten. Diese mobilen Geräte unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von stationären Lösungen, wie im nächsten Abschnitt erläutert.

Portable vs. stationäre Systeme

Der Hauptunterschied zwischen portablen und stationären ADAS-Kalibriersystemen liegt in ihrer Mobilität und Flexibilität. Stationäre Systeme sind fest in Werkstätten installiert, oft mit schweren, verankerten Rahmen, und benötigen einen speziell dafür vorgesehenen Raum. Sie sind häufig mit automatisierten Funktionen wie 3D-Kameratechnologien ausgestattet, die die Ausrichtung erleichtern. Aufgrund ihrer Effizienz eignen sich solche Systeme besonders für Werkstätten mit hohem Kalibrieraufkommen, Markenbetriebe oder Prüfzentren.

Portable Systeme hingegen sind so konzipiert, dass sie leicht transportiert und vor Ort aufgebaut werden können. Sie lassen sich zusammenklappen oder zerlegen und passen problemlos in den Kofferraum eines Pkw. Für den Einsatz reicht eine ebene Fläche aus, wodurch sie sich ideal für mobile Windschutzscheibenreparaturen, Vor-Ort-Kalibrierungen bei Flottenkunden oder kleinere Werkstätten eignen. Auch in beengten innerstädtischen Werkstätten oder Container-Standorten bieten sie eine praktische Alternative – vorausgesetzt, sie erfüllen die Anforderungen der Fahrzeughersteller.

Transport und Aufbau

Die Mobilität portabler ADAS-Kalibriergeräte zeigt sich besonders beim Transport und Aufbau. Sie werden in Koffern, Taschen oder modularen Boxen geliefert, die alle Komponenten wie Rahmen, Targets, Messgeräte und Elektronik sicher verstauen. Faltbare Panels und kompakte Kalibriertafeln minimieren das Packmaß zusätzlich. Merkmale wie geringes Gewicht, stoßfeste Verpackungen und Farbcodierungen erleichtern den Aufbau erheblich.

Der Aufbau vor Ort läuft in der Regel so ab: Zunächst wird ein ebener Standort mit ausreichend Platz rund um das Fahrzeug gewählt. Anschließend werden die Komponenten ausgepackt und der Rahmen vor dem Fahrzeug positioniert. Mithilfe von Radgreifern und Lasern wird der Rahmen präzise an der Fahrzeuggeometrie ausgerichtet. Diese Flexibilität macht die Geräte besonders attraktiv für Betriebe, die mobil arbeiten oder Vor-Ort-Dienste anbieten.

Darüber hinaus lassen sich diese Systeme nahtlos in digitalisierte Schadengutachten-Prozesse integrieren. Dienstleister, die beispielsweise mit mobilen Gutachtern oder Container-Standorten arbeiten, können Kalibrierungen direkt digital dokumentieren und protokollieren. Diese Funktion ist nicht nur für Versicherer, sondern auch für die Erstellung rechtssicherer Gutachten von großem Vorteil.

Anwendungen in der Fahrzeugbewertung und -reparatur

Häufige Anwendungsfälle

In Deutschland kommen portable ADAS-Kalibriergeräte vor allem bei Reparaturen zum Einsatz, die die Ausrichtung von Fahrerassistenzsensoren betreffen. Ein typisches Beispiel ist der Austausch einer Frontscheibe: Hier übernimmt eine mobile Autoglaserei oft die Kalibrierung, sodass das Fahrzeug meist noch am selben Tag wieder genutzt werden kann. Weitere Szenarien umfassen den Austausch oder die Demontage von Stoßfängern mit Radarsensoren, Reparaturen am Fahrwerk inklusive Achsvermessung sowie Karosseriearbeiten nach Unfällen. Auch bei Spiegeln oder Heckklappen mit 360°-Kameras sowie bei der Justierung von Totwinkel- oder Querverkehrsradarsystemen ist eine Kalibrierung erforderlich.

In der Schadenbewertung setzen Gutachter portable Systeme ein, um sicherzustellen, dass alle ADAS-Funktionen nach einer Reparatur wieder innerhalb der Herstellervorgaben arbeiten. Besonders Werkstätten ohne stationäre Kalibrierbühnen und mobile Sachverständige greifen auf diese Geräte zurück. Angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Fahrzeuge über mehrere Fahrerassistenzsysteme verfügt, sind diese Geräte unverzichtbar.

Schritt-für-Schritt-Arbeitsablauf

Ein typischer Arbeitsablauf bei der Kalibrierung beginnt mit der Fahrzeugannahme, bei der zunächst vorhandene ADAS-Fehlercodes mithilfe eines Diagnosegeräts ausgelesen werden. Danach wird geprüft, ob die durchgeführten Reparaturen laut Herstellervorgaben eine Kalibrierung erfordern. Der Arbeitsplatz wird sorgfältig vorbereitet: Ein ebener Untergrund, gute Beleuchtung und die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände sind dabei entscheidend.

Anschließend wird der portable Kalibrierstand mithilfe von Radgreifern und Lasern präzise an der Fahrzeuggeometrie ausgerichtet. Die Kalibriersoftware erkennt anhand der Fahrgestellnummer die passenden Targets und führt den Anwender durch den Kalibriervorgang, der je nach Vorgabe statisch oder dynamisch erfolgt. Nach Abschluss wird überprüft, ob alle ADAS-Funktionen fehlerfrei arbeiten. Falls nötig, wird eine erneute Diagnose oder eine Probefahrt durchgeführt.

Das System erstellt ein detailliertes Kalibrierprotokoll, das alle relevanten Informationen wie Soll- und Ist-Werte, Datum, Uhrzeit, die Fahrgestellnummer und die verwendete Ausrüstung dokumentiert. Dieses Protokoll wird im Werkstatt- oder Gutachtersystem gespeichert und ermöglicht eine reibungslose Integration in digitale Prozesse.

Integration in digitale Gutachtenprozesse

Moderne ADAS-Kalibriersysteme bieten die Möglichkeit, Fahrzeuge automatisch anhand der Fahrgestellnummer zu erkennen und fahrzeugspezifische Anleitungen bereitzustellen. Die erzeugten Protokolle können als PDF oder strukturierte Datensätze exportiert und direkt in Gutachtersysteme eingebunden werden. Dort lassen sie sich mit anderen Fahrzeugdaten, Fotos, Kostenvoranschlägen und Rechnungen verknüpfen.

Ein praktisches Beispiel ist die CUBEE Sachverständigen AG, die Kalibrierdaten direkt am Einsatzort in digitale Gutachten integriert. Dadurch können flächendeckend ADAS-Prüfungen über mobile Gutachter und Container-Standorte erfolgen. Die gewonnenen Daten fließen nahtlos in Schadenkalkulationen und Reparaturfreigaben ein.

Für Sachverständige bieten portable Kalibriergeräte zudem eine objektive Möglichkeit, nach Glas- und Karosseriearbeiten oder strukturellen Schäden zu prüfen, ob Fahrerassistenzsysteme innerhalb der Herstellertoleranzen arbeiten. So lassen sich Haftungsfragen, etwa bei einer Fehlfunktion des Notbremsassistenten nach einer Reparatur, präzise dokumentieren. Dies spielt eine entscheidende Rolle bei Herstellergarantien, Versicherungsabrechnungen und der Erstellung gerichtsfester Gutachten in Deutschland.

Vorteile und Grenzen portabler Geräte

Portable vs. stationäre ADAS-Kalibriersysteme: Vergleich der wichtigsten Merkmale

Portable vs. stationäre ADAS-Kalibriersysteme: Vergleich der wichtigsten Merkmale

Vorteile portabler Geräte

Portable ADAS-Kalibriergeräte punkten vor allem durch ihre Mobilität. Ihr modularer Aufbau ermöglicht es, sie problemlos im Kofferraum oder einem Transporter zu verstauen. Dadurch können Kalibrierungen direkt vor Ort durchgeführt werden – etwa nach einem Scheibenwechsel durch mobile Autoglasereien oder bei Flottenbetreibern mit mehreren Fahrzeugen. Dank ihres geringen Platzbedarfs eignen sie sich besonders für kleine Werkstätten, Karosseriebetriebe oder Sachverständige, die keine eigene Kalibrierhalle besitzen. Ein Beispiel ist der Autel IA600, ein Kalibrierstand, der sich schnell zusammenklappen und leicht transportieren lässt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die schnelle Einsatzbereitschaft: Mobile Geräte lassen sich oft von nur einer Person aufbauen und bedienen. Das spart Zeit, besonders bei Windschutzscheibenwechseln oder kleineren Unfallschäden. Für Betriebe, die nicht in eine große stationäre Anlage investieren möchten, bieten portable Geräte eine kostengünstigere Alternative mit niedrigeren Anschaffungs- und Betriebskosten. Systeme wie die der CUBEE Sachverständigen AG integrieren portable Lösungen in digitale Workflows, sodass Kalibrierdaten direkt vor Ort erfasst werden können.

Trotz dieser Vorteile gibt es jedoch auch einige Einschränkungen, die berücksichtigt werden sollten.

Einschränkungen, die zu beachten sind

Im praktischen Einsatz stoßen portable Geräte auf gewisse Grenzen. Sie benötigen eine absolut ebene und stabile Standfläche sowie ausreichend Platz vor dem Fahrzeug, um Kalibriertafeln und Radargeräte präzise in den vom Hersteller vorgegebenen Abständen und Höhen zu positionieren. In engen oder unebenen Umgebungen steigt das Risiko von Fehlausrichtungen oder Messfehlern.

Zudem ist der Funktionsumfang mobiler Geräte oft eingeschränkt. Viele dieser Systeme konzentrieren sich auf die Kalibrierung von Frontkameras und Radar, während Sensoren wie 360°-Kameras oder Lidar seltener unterstützt werden. Stationäre Anlagen wie der Autel IA900WA bieten hingegen zusätzliche Funktionen wie eine integrierte 3D-Achsvermessung und robustere Trägersysteme, die eine höhere Präzision und Wiederholgenauigkeit gewährleisten. Bei komplexen Fällen – etwa nach schweren Unfällen, Fahrwerksumbauten oder bei modernen Premium-Modellen – bleibt ein stationäres System oft die bessere Wahl.

Ein weiterer Punkt ist die manuelle Prozessdisziplin, die portable Geräte erfordern. Während stationäre Systeme häufig automatisierte Dokumentationen, Fahrzeugerkennungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen bieten, müssen bei mobilen Lösungen Messwerte, Fotos und Standortdaten manuell erfasst und gesichert werden.

Vergleichstabelle: Portable vs. stationäre Systeme

Kriterium Portable Systeme Stationäre Systeme
Mobilität Zusammenklappbar und transportabel; ideal für Einsätze vor Ort. Fest installiert; benötigt einen festen Kalibrierbereich.
Platzbedarf Gering – passt in Kofferraum oder Transporter. Hoch – erfordert eigene Hallen oder spezielle Kalibrierzonen.
Kosten Günstiger Einstieg mit niedrigeren Investitionskosten. Höhere Investitionen, oft 3-in-1-Systeme (Achsvermessung, ADAS, Diagnose).
Funktionsumfang Fokus auf Frontkameras und Radar; zusätzliche Sensorik limitiert. Umfassende Sensorik inklusive Radar, Kamera, Lidar und mehr.
Präzision OEM-konform, abhängig von optimalen Bedingungen. Hohe Präzision dank fester Infrastruktur.
Einsatzgebiet Ideal für mobile Gutachter, Autoglas-Dienste und kleine Werkstätten. Geeignet für große Werkstätten und Mehrmarkenservices.

Rechtliche und praktische Rahmenbedingungen in Deutschland

Herstellervorgaben und Standards

In Deutschland ist es zwingend erforderlich, die ADAS-Kalibrierung strikt nach den Vorgaben der Fahrzeughersteller durchzuführen. Versicherungen, Werkstättenverbände und Ausrüstungshersteller weisen darauf hin, dass selbst geringfügige Abweichungen von diesen Spezifikationen zu Haftungsrisiken und Fehlfunktionen führen können. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von „Präzision als Pflicht“. Schon minimale Messfehler im Millimeter-Bereich können dazu führen, dass Assistenzsysteme wie Notbrems- oder Spurhalteassistenten nicht korrekt oder zu spät reagieren.

Die Hersteller verlangen für die Kalibrierung einen perfekt ebenen Untergrund, optimale Lichtverhältnisse und einen festgelegten Fahrzeugzustand, um die Toleranzen im Millimeter-Bereich einzuhalten. Werkstattausrüster spezifizieren häufig eine Positionierungstoleranz der Targets von ±1 mm und geben genaue Winkelvorgaben für Radar-Sensoren vor. Diese strengen Anforderungen bilden die Grundlage für eine umfassende Kalibrierungsdokumentation, die im nächsten Abschnitt näher beleuchtet wird.

Bedeutung der Kalibrierungsdokumentation

Angesichts der strengen Vorgaben hat die lückenlose Dokumentation einen hohen Stellenwert. Sie dient nicht nur als Nachweis für fachgerechte Reparaturen, sondern auch zur Haftungsabsicherung bei Unfällen, zur Sicherung des Fahrzeugwerts beim Wiederverkauf und zur Einhaltung von Garantie- und Leasingbedingungen. Seit der Einführung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für autonomes Fahren (Level 4) in Deutschland am 01.01.2023 ist die Bedeutung korrekt kalibrierter Fahrerassistenzsysteme und einer vollständigen Dokumentation noch weiter gestiegen.

Moderne Kalibriersysteme von Anbietern wie Hella Gutmann, TEXA, Bosch und Autel bieten digitale Protokollfunktionen. Diese umfassen fahrzeugspezifische Informationen wie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (VIN), Soll-/Ist-Werte und Druckoptionen. Damit ermöglichen sie eine rechtssichere Dokumentation und eine nahtlose Einbindung in digitale Gutachten- und Werkstattprozesse. Für freie Werkstätten wird der Einsatz solcher zertifizierten Systeme zunehmend zur Voraussetzung, um mit markengebundenen Betrieben zu konkurrieren und von Versicherungen berücksichtigt zu werden.

Integration in standardisierte Prozesse

Die Einhaltung gesetzlicher und herstellerseitiger Vorgaben erleichtert die Integration digitaler Prozesse in den gesamten Kalibrierungsablauf. Tragbare Kalibriersysteme ermöglichen es beispielsweise, standardisierte Abläufe in mobilen Glasservices, Karosserie- und Lackierbetrieben sowie bei mobilen Sachverständigen umzusetzen. Diese Systeme erlauben es, direkt am Fahrzeugstandort OEM-konforme Kalibrierungen durchzuführen und sofortige Protokolle zu erstellen. Um die Kalibrierung zu standardisieren, sollten Werkstätten Checklisten einführen, die den Fahrzeugzustand, die Umgebung, das Fahrwerk, die Sensorreinigung und die verwendete Softwareversion erfassen und dokumentieren.

Bei Investitionen in Kalibriersysteme sollten Betriebe darauf achten, dass diese OEM-Daten und regelmäßige Software-Updates beinhalten, um auch mit neuen Fahrzeugmodellen und Targets kompatibel zu bleiben. Die Integration solcher Systeme in digitale Workflows ermöglicht eine effiziente Verwaltung aller relevanten Kalibrierdaten. Gleichzeitig sollten die Herstellervorgaben aus den OEM-Reparaturleitfäden konsequent umgesetzt und regelmäßige Schulungen für Techniker eingeplant werden, um die Qualität der Kalibrierungen sicherzustellen.

Fazit

Die beschriebenen Kalibrierungsprozesse verdeutlichen, dass tragbare ADAS-Kalibriergeräte eine präzise Justierung von Kamera-, Radar- und Lidarsystemen direkt am Fahrzeugstandort ermöglichen – ohne den Umweg über eine spezialisierte Werkstatt. Diese Möglichkeit ist besonders hilfreich für Autoglasbetriebe, freie Werkstätten, Fuhrparks und Sachverständige, die nach Unfällen, Scheibenwechseln oder Karosseriearbeiten die vom Hersteller vorgegebenen Kalibrierungen sicherstellen müssen.

Für die Erstellung von Schaden- und Wertgutachten bieten tragbare Systeme einen echten Vorteil: Sachverständige können Kalibrierungen direkt am Unfallort durchführen und die Ergebnisse digital dokumentieren. Das spart Zeit, reduziert unnötige Fahrten und minimiert organisatorischen Aufwand. Mit einer digitalen Dokumentation, die Fahrzeug-ID, Zeitstempel und Messwerte umfasst, lassen sich die Daten nahtlos in moderne Gutachtenprozesse einfügen und bieten revisionssichere Nachweise. Anbieter wie die CUBEE Sachverständigen AG profitieren von diesen Systemen, indem mobile Sachverständige Kalibrierungen direkt beim Kunden vornehmen, während zentrale Standorte mit kompakten Kalibrierständen ausgestattet werden können.

Allerdings erfordern tragbare Systeme die strikte Einhaltung der OEM-Vorgaben und den Einsatz geschulten Personals, um die geforderte Präzision auf Millimeter-Ebene zu gewährleisten. Bei komplexen Anforderungen, wie etwa umfangreichen Achsgeometrie-Korrekturen oder hochspezialisierten OEM-Protokollen, bleiben stationäre Kalibrierstände oft die bessere Wahl. Für Unternehmen, die mobile Services, Flottenkontrollen oder Vor-Ort-Gutachten anbieten möchten, können tragbare ADAS-Geräte jedoch eine sinnvolle strategische Ergänzung sein und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen tragbaren und stationären ADAS-Kalibriergeräten?

Tragbare ADAS-Kalibriergeräte bieten den Vorteil, direkt am Fahrzeug eingesetzt werden zu können – ob in der Werkstatt oder vor Ort beim Kunden. Sie sind besonders praktisch, wenn schnelle Reaktionen und ein hohes Maß an Flexibilität erforderlich sind.

Stationäre Geräte dagegen sind fest in Werkstätten oder Prüfzentren installiert. Sie punkten mit einer oft höheren Präzision und erweiterten Funktionen. Allerdings sind sie aufgrund ihrer festen Installation weniger mobil und somit nicht für den Einsatz außerhalb der Werkstatt geeignet.

Ob tragbar oder stationär – die Entscheidung hängt letztlich von den individuellen Anforderungen und dem geplanten Einsatzgebiet ab.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um portable ADAS-Kalibriergeräte zu verwenden?

Für die Nutzung tragbarer ADAS-Kalibriergeräte gibt es ein paar grundlegende Anforderungen, die unbedingt beachtet werden sollten. Zunächst muss das Fahrzeug auf einer stabilen und absolut ebenen Fläche stehen, damit die Messungen präzise erfolgen können. Ebenso wichtig ist, dass die Sensoren und Kameras des Fahrzeugs mit dem Kalibriergerät kompatibel sind.

Auch die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle: Störfaktoren wie starke Lichtquellen oder spiegelnde Oberflächen sollten vermieden werden, da sie die Kalibrierung negativ beeinflussen könnten. Darüber hinaus ist es essenziell, sich strikt an die Vorgaben der Fahrzeughersteller sowie die entsprechenden Kalibrierprotokolle zu halten, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Welche Bedeutung hat die Kalibriersoftware bei tragbaren ADAS-Kalibriergeräten?

Die Kalibriersoftware spielt eine Schlüsselrolle bei tragbaren Geräten zur ADAS-Kalibrierung. Sie sorgt dafür, dass die Geräte exakt an unterschiedliche Fahrzeugmodelle angepasst werden können. Dadurch lassen sich Sensoren und Kameras präzise erfassen und korrekt einstellen.

Das ist besonders wichtig nach Reparaturen oder bei Fahrzeuginspektionen, um sicherzustellen, dass Fahrerassistenzsysteme vollständig funktionsfähig bleiben. Nur durch eine exakte Kalibrierung können Systeme wie Spurhalteassistenten oder Notbremsassistenten zuverlässig und sicher arbeiten.

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