Die Abgasanalyse ist ein zentraler Bestandteil, um Motor- und Abgaswerte präzise zu messen. Doch häufig schleichen sich Fehler ein, die zu falschen Diagnosen, unnötigen Reparaturen oder Umweltproblemen führen können. Hier sind die fünf häufigsten Fehler und wie Sie diese vermeiden:
- Falschluft übersehen: Undichte Stellen im Ansaugsystem verfälschen Sauerstoff- und CO-Werte. Lösung: Rauchtests und OBD-Scans nutzen.
- Defekte Lambdasonden ignorieren: Fehlfunktionen führen zu falschen Gemischwerten und erhöhten Emissionen. Lösung: Regelmäßige Diagnose und Austausch.
- Rücklaufmengen der Injektoren nicht prüfen: Verschleiß kann den Raildruck und die Verbrennung beeinträchtigen. Lösung: Leak-off-Tests durchführen.
- Undichte Probenahmesysteme: Leckagen erhöhen O₂-Werte und verfälschen Ergebnisse. Lösung: Dichtheitstests wie den Daumen-Test anwenden.
- Defekte Komponenten übersehen: Sensoren oder Einspritzdüsen können falsche Daten liefern. Lösung: Regelmäßige Wartung und Kalibrierung.
Eine präzise Abgasanalyse erfordert sorgfältige Prüfungen und den Einsatz geeigneter Werkzeuge. Fehler zu vermeiden spart Zeit, Kosten und sorgt für korrekte Ergebnisse.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Abgasanalyse: Ursachen, Auswirkungen und Lösungen
1. Falschluft im Ansaugsystem übersehen
Falschluft beschreibt Luft, die durch kleine Undichtigkeiten ins Ansaugsystem gelangt, ohne vom Luftmassenmesser (MAF) erfasst zu werden. Das Motorsteuergerät (DME/ECU) erhält dadurch falsche Daten und berechnet ein zu mageres Gemisch (Lambda-Werte über 1,00). Um dies auszugleichen, erhöht die Kurzzeitkorrektur (Short Term Fuel Trim) die Kraftstoffzufuhr um bis zu 20–30 %. Wenn die Korrektur nicht ausreicht, wird ein Fehlercode für ein „mageres Gemisch“ gesetzt.
Auswirkungen auf die Messwerte
Die Folgen dieser Problematik treten besonders im Leerlauf auf, wenn die Drosselklappe fast geschlossen ist und ein hoher Unterdruck entsteht. Bereits kleine Risse von 1 bis 2 mm Durchmesser können erhebliche Mengen ungemessener Luft ansaugen. Dies führt zu einem unruhigen Motorlauf, Fehlzündungen und erhöhten Sauerstoffwerten im Abgas. Bei einer Abgasanalyse zeigen sich ungewöhnlich hohe O₂-Werte (Umgebungsluft enthält 20,9 % Sauerstoff), während CO, HC und CO₂ entsprechend sinken – ein typisches Zeichen von Probenverdünnung. Schon ein Luftleck von 5 % kann den gemessenen Sauerstoffgehalt um etwa 1,0 % verfälschen.
Methoden zur Vermeidung
Ein Rauchtest ist die gängigste Methode, um Undichtigkeiten aufzuspüren. Dabei sollten Verbindungen während des Tests bewegt oder leicht gerüttelt werden, da einige Lecks erst bei Vibrationen des laufenden Motors sichtbar werden. Besonders die Kurbelgehäuseentlüftung (CCVV) ist ein kritischer Punkt, da ihre Membran nach mehr als fünf Jahren oft porös wird. Testen Sie bei laufendem Motor, ob durch die Entlüftungsöffnungen der CCVV unerwünschte Luft eingesogen wird. Moderne Diagnosetools können diese manuellen Tests ergänzen und präzisere Hinweise liefern.
Werkzeuge und Diagnosetechniken
Ein OBD-Scanner hilft, die Langzeitkraftstoffkorrektur (LTFT) sowie Abweichungen bei MAP (Saugrohrdruck) und MAF (Luftmasse) zu überwachen. Diese Daten, kombiniert mit modellbasierten Residuen, geben klare Hinweise auf mögliche Lecks. Ungewöhnliche LTFT-Werte (z. B. 0,00 oder Maximalwerte wie 1,0/1,5 mg/Hub bei bestimmten BMW-Motoren) deuten auf Falschluft hin. Moderne Diagnosesysteme nutzen modellbasierte Residuen, um Abweichungen zwischen Ist- und Sollwerten zu erkennen – selbst solche, die von Standard-OBD-Systemen oft übersehen werden. So wird eine gründliche Analyse möglich, die präzise Emissionswerte sicherstellt.
2. Defekte Lambdasonden ignorieren
Die Lambdasonde ist entscheidend für präzise Abgasanalysen. Sie misst den Restsauerstoff im Abgas und sendet ein Spannungssignal an das Steuergerät. Damit wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch auf das optimale Verhältnis von 14,7:1 (Lambda 1,0) eingestellt – eine Grundvoraussetzung für die effiziente Funktion des Katalysators. Heutige Fahrzeuge verfügen in der Regel über zwei Sonden: eine vor dem Katalysator zur Steuerung des Gemischs und eine dahinter zur Überwachung des Katalysators.
Auswirkungen auf die Messwerte
Eine defekte Lambdasonde kann das gesamte Regelungssystem beeinträchtigen. Übermittelt die Sonde fehlerhafte oder keine Signale, schaltet das Steuergerät in den „Open Loop"-Modus und arbeitet mit festgelegten Notlaufwerten. Dies führt zu einem bis zu 15 % höheren Kraftstoffverbrauch und einer deutlichen Zunahme der Schadstoffemissionen. Besonders problematisch ist das sogenannte „Driften“: Wenn die Sonde beispielsweise Lambda 2,0 meldet, obwohl der tatsächliche Wert bei 1,0 liegt, führt das zu einer übermäßigen Einspritzung von Kraftstoff. Dadurch steigen die CO- und HC-Werte erheblich.
Methoden zur Vermeidung
Um Schäden an der Lambdasonde zu verhindern, gibt es einige bewährte Maßnahmen:
- Verwenden Sie qualitativ hochwertigen Kraftstoff und vermeiden Sie aggressive Zusätze, die die Sonde angreifen könnten.
- Tauschen Sie Zündkerzen und Zündspulen rechtzeitig aus, um eine unvollständige Verbrennung zu vermeiden.
- Kontrollieren Sie das Ansaugsystem und die Abgasanlage regelmäßig auf Undichtigkeiten, da diese zu falschen Messwerten führen können.
- Halten Sie silikonhaltige Dichtmittel und Sprays (wie WD‑40) von den Ansaug- und Abgasbereichen fern, da deren Dämpfe das Sensorelement beschädigen können.
Werkzeuge und Diagnosetechniken
Zur Diagnose einer defekten Lambdasonde stehen verschiedene Werkzeuge und Techniken zur Verfügung:
- OBD-Scanner: Zeigt Fehlercodes (P0130 bis P0167) und überwacht die Kraftstoffkorrekturwerte in Echtzeit.
- Multimeter: Prüft den Heizkreis der Sonde, der typischerweise einen Widerstand von 2 bis 14 Ohm aufweist, sowie die Spannungsversorgung.
- Oszilloskop: Liefert die präzisesten Ergebnisse. Eine funktionierende Sonde zeigt im Leerlauf eine Sinuskurve zwischen 0,1 V (mager) und 0,9 V (fett) mit mindestens einer Schwingung pro Sekunde.
- Spezialsoftware: Programme wie ISTA D oder INPA ermöglichen tiefere Analysen, etwa zur Überprüfung des Nernst-Widerstands.
Nach dem Austausch der Lambdasonde ist es wichtig, die Kraftstoff-Adaptionswerte im Steuergerät zurückzusetzen, um eine optimale Funktion sicherzustellen.
3. Rücklaufmengen der Einspritzdüsen nicht überprüfen
Die Rücklaufmenge, auch als Leak-off bekannt, liefert wichtige Hinweise auf den inneren Zustand einer Einspritzdüse. Wenn Kraftstoff aufgrund von abgenutzten Ventilsitzen oder beschädigten Ventilkugeln in den Tank zurückströmt, kann der erforderliche Raildruck nicht aufrechterhalten werden. Das hat spürbare Folgen: Die Kraftstoffzerstäubung wird schlechter, das Spritzbild gestört und die Verbrennung unvollständig. Dadurch steigen die Emissionen von Ruß, Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffen (HC). Diese Verschleißerscheinungen beeinflussen direkt die Präzision der Messwerte.
Auswirkungen auf die Messwerte
Ein zu hoher Rücklauf beeinträchtigt den Raildruck, vor allem während des Startvorgangs. In einer Untersuchung an Bosch CRI 1-Düsen (Teilenummer 0 445 110 084) eines Renault Laguna 2.2 dCi mit 220.000 km Laufleistung zeigten defekte Injektoren Rücklaufmengen von 210,7 mm³ bzw. 295,2 mm³ pro Hub. Diese Werte lagen drei- bis viermal über dem zulässigen Höchstwert von 35,0 mm³. Mikroskopische Analysen enthüllten zudem radiale Rillen an den Ventilsitzen, verursacht durch Kavitationserosion.
Die Folge: Übermäßiger Ruß führt zu einer schnellen Beladung des Dieselpartikelfilters (DPF) und häufigeren Regenerationen. Gleichzeitig belasten instabile NOx-Werte das SCR-System und treiben den AdBlue-Verbrauch in die Höhe. DieselFix Neuss beschreibt das Problem so:
„In vielen Euro-6-Fällen zeigt sich Düsenverschleiß zuerst als Emissions- oder DPF-Problem – nicht als eindeutiger Düsenfehlercode."
Methoden zur Vermeidung
Um Fehler durch ungeprüfte Rücklaufmengen zu verhindern, sollten einige Maßnahmen ergriffen werden. Ein Leak-off-Test bietet eine zuverlässige Möglichkeit, die Rücklaufmengen aller Zylinder gleichzeitig zu vergleichen. Abweichungen einzelner Injektoren deuten auf internen Verschleiß hin . Zusätzlich ist es sinnvoll, Live-Daten mit einem Diagnosegerät zu überwachen. Vergleichen Sie dabei den „Soll- vs. Ist-Raildruck" sowohl im Leerlauf als auch unter Last – Schwankungen können auf erhöhte Rücklaufmengen hinweisen.
Auch die Kraftstoffqualität spielt eine entscheidende Rolle. Ein einfacher „Klarglas-Test" kann Wasser, Sedimente oder mikrobielles Wachstum („Dieselpest") sichtbar machen. Kontrollieren Sie außerdem das Kraftstofffiltergehäuse auf Anzeichen wie Metallspäne oder Schlamm. Diese können auf häufige Filterverstopfungen und damit auf inneren Düsenverschleiß hinweisen. Für eine detaillierte Analyse sollten defekte Injektoren an Spezialisten geschickt werden, die Durchfluss, Leckage und Sprühbild überprüfen. Digitale Diagnosesysteme sind dabei ein unverzichtbares Werkzeug.
Werkzeuge und Diagnosetechniken
Für eine präzise Diagnose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Ein statischer Dichttest prüft bei maximalem Betriebsdruck und ohne Düsenaktivierung die Dichtheit von Düse und Steuerventil. Der 4-Punkt-Betriebstest erfasst Einspritz- und Rücklaufmengen in vier definierten Zuständen: Volllast (VL), Emissionslast (EM), Leerlauf (LL) und Voreinspritzung (VE).
Automatisierte Prüfstände wie der Bosch EPS 200 liefern dabei deutlich präzisere Ergebnisse. Sie erreichen eine durchschnittliche Standardabweichung von 0,0724, während manuelle Prüfstände wie der STPiW 3 bei 0,1994 liegen. Zudem senken erhöhte Testimpulse (von 1.000 auf 4.000) die Abweichung von 0,266 auf 0,103.
4. Undichte Stellen im Abgas- oder Probenentnahmesystem übersehen
Undichte Stellen im Abgassystem oder an Probenpunkten können Messergebnisse erheblich verfälschen – oft erscheinen die Symptome wie typische Motorprobleme. Ähnlich wie bei der Vermeidung von Falschluft im Ansaugsystem ist auch im Abgas- und Probenentnahmesystem höchste Präzision gefragt. Bereits ein minimaler Luftzutritt von 5 % kann den gemessenen Sauerstoffwert (O₂) um 1,0 % anheben. Besonders bei Fahrzeugen mit Katalysator, die üblicherweise nur etwa 0,5 % Rest-Sauerstoff im Abgas aufweisen, ist dies ein erheblicher Unterschied. Im Folgenden wird erklärt, wie sich solche Leckagen auf Emissionswerte auswirken und wie man sie mit einfachen Tests erkennen und beheben kann.
Auswirkungen auf die Messwerte
Das Eindringen von Umgebungsluft führt zu einer Verdünnung der Abgaswerte – jedoch nicht in gleichem Maße für alle Parameter. Der Sauerstoffwert steigt aufgrund des hohen O₂-Gehalts in der Luft (20,9 %) deutlich an, während die Werte für Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC) und Kohlendioxid (CO₂) entsprechend sinken. Ein Beispiel: Ein CO-Wert von 1,00 % könnte bei 5 % Falschluft auf 0,95 % absinken. Bridge Analyzers betont:
„If you see abnormally high Oxygen values being reported by the gas analyzer, you should suspect that there is an air leak somewhere in the sample gas input system."
Bei mobilen PEMS-Messungen (Portable Emissions Measurement Systems) ist eine gasdichte Verbindung zwischen Auspuffrohr und Durchflussmesser entscheidend. Ohne diese Verbindung erfasst der Exhaust Flow Meter (EFM) nicht das vollständige Abgasvolumen, was zu einer Unterschätzung der Abgasmasse führt. Unter realen RDE-Bedingungen (Real Driving Emissions) liegt die Messungenauigkeit des EFM bereits bei 10,4 %. Jede zusätzliche Undichtigkeit verschärft dieses Problem. Daher sind zuverlässige Methoden zur Überprüfung der Dichtigkeit essenziell.
Methoden zur Vermeidung
Die häufigsten Ursachen für Leckagen befinden sich meist an wenigen kritischen Punkten. Besonders anfällig sind verschmutzte Spülventile in der Wasserfalle, da Ablagerungen zwischen Ventil und Sitz die Abdichtung beeinträchtigen. Auch lose oder fehlerhaft eingesetzte Primärfilter (z. B. 50-mm-Filter) können Umgebungsluft in den Probenstrom lassen. Außerdem führen beschädigte Kunststoffgewinde und defekte O‑Ringe in der Wasserfalle zu weiteren Problemen.
Einige einfache Tests haben sich in der Praxis bewährt, um solche Leckagen schnell zu identifizieren:
- Daumen-Test: Während des Betriebs den unteren Spülanschluss der Wasserfalle mit dem Daumen verschließen. Wenn der O₂-Wert sinkt und die Werte für CO, HC sowie CO₂ steigen, liegt eine Undichtigkeit vor.
- Blasen-Test: Die Wasserschale zu einem Drittel mit Leitungswasser füllen. Wenn mehr als eine Blase pro Sekunde vom Boden aufsteigt, dichtet das Spülventil nicht korrekt ab.
- Vakuum-Test: Die Sonde verschließen und ein Vakuum anlegen. Das System sollte mindestens 10 Sekunden lang ein stabiles Vakuum halten können.
Werkzeuge und Diagnosetechniken
Um Verdünnung oder Abkühlung zu vermeiden, sollte die Probenahmesonde tief und gegen die Abgasströmung positioniert werden, idealerweise an der heißesten Stelle. Beheizte Probenahmeschläuche sind ebenfalls hilfreich, da sie Kondensation verhindern, die zu Ablagerungen und Dichtungsproblemen führen kann.
| Diagnosemethode | Vorgehensweise | Fehlerindikator |
|---|---|---|
| Daumen-Test | Spülanschluss mit Daumen verschließen | O₂ sinkt; CO, HC und CO₂ steigen |
| Blasen-Test | Wasserschale zu 1/3 füllen, Gerät laufen lassen | Mehr als 1 Blase pro Sekunde |
| Vakuum-Test | Sonde verschließen, Vakuum anlegen | Vakuum fällt vor Ablauf von 10 Sekunden |
Bei hartnäckigen Problemen hilft oft eine mechanische Reinigung. Beispielsweise kann das Spülventil vorsichtig mit einem Zahnstocher angehoben werden, um die Kontaktfläche zu säubern. Alternativ kann die Wasserschale mit Wasser gespült und durchgeblasen werden, um Rückstände zu entfernen. Beschädigte Kunststoffgewinde sollten mit Teflonpaste abgedichtet werden, jedoch ohne sie zu überdrehen, da sie empfindlich sind.
5. Fehldiagnose von Gemischfehlern durch defekte Komponenten
Defekte Sensoren oder Einspritzdüsen können dazu führen, dass Abgaswerte falsch interpretiert werden, da die Messgeräte ungenaue Daten liefern. Ein Beispiel hierfür ist der elektrochemische O₂-Sensor, der eine Lebensdauer von etwa 12 Monaten hat. Nach Ablauf dieser Zeit liefert er fehlerhafte Sauerstoffwerte, was die Berechnung von CO₂, Lambda (λ) und der Verbrennungseffizienz verfälscht. Ebenso müssen NOx-Sensoren eine Betriebstemperatur von 700 °C bis 800 °C erreichen. Versagt die Heizung, entstehen unplausible Messwerte, und das Steuergerät dosiert AdBlue falsch, was zu Ammoniakgeruch am Auspuff führt. Präzise Messungen sind, wie in früheren Abschnitten gezeigt, entscheidend, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Die Auswirkungen solcher Defekte auf die Messergebnisse sind beträchtlich, wie im Folgenden erläutert wird.
Auswirkungen auf die Messwerte
Defekte Bauteile können die Emissionsmessungen erheblich verfälschen. Ein nicht korrekt kalibrierter Injektor, dem die passenden IMA- oder C2i-Codes fehlen, sorgt dafür, dass einzelne Zylinder entweder zu fett oder zu mager laufen. Das Ergebnis: erhöhte Rußbildung sowie ein Anstieg von CO und Kohlenwasserstoffen (HC) im Abgas. Werden Kupferdichtringe an Injektoren wiederverwendet, können Undichtigkeiten entstehen, durch die Verbrennungsgase entweichen („Blow-by"). Dies führt nicht nur zu instabilen Messwerten, sondern auch zu einem schnelleren Verschleiß anderer Bauteile.
Methoden zur Vermeidung
Diese Probleme lassen sich durch gezielte Maßnahmen vermeiden. Der regelmäßige Austausch von Sensoren ist entscheidend: O₂-Sensoren sollten jährlich erneuert werden, während CO- und NOx-Sensoren alle 24 bis 36 Monate ausgetauscht werden sollten. Nach dem Einbau neuer Diesel-Injektoren ist es wichtig, die IMA-Codes zu programmieren, um eine präzise Kraftstoffdosierung sicherzustellen. Außerdem sollten Kupferdichtringe niemals wiederverwendet werden, da verformte Ringe häufig die Ursache für Leckagen sind.
Werkzeuge und Diagnosetechniken
Mit einem Live-Daten-Vergleich lassen sich Fehlerquellen schnell identifizieren. Beispielsweise können die NOx-Werte vor und nach dem SCR-Katalysator unter Last verglichen werden. Wenn die Werte nach dem Katalysator nicht deutlich sinken, liegt wahrscheinlich ein Fehler bei einem Sensor oder der AdBlue-Dosierung vor. Kalibrier-Kits, die zertifizierte Testgase wie N₂ für den O₂-Nullabgleich enthalten, ermöglichen regelmäßige Kalibrierungen durch den Benutzer. Nach dem Austausch von Injektoren oder Sensoren sollte zudem eine Adaptionsfahrt von 50 bis 100 Kilometern bei moderater Last durchgeführt werden, damit das Steuergerät die neuen Korrekturwerte stabilisieren kann.
| Komponente | Häufiger Fehler | Auswirkung auf die Analyse |
|---|---|---|
| O₂-Sensor | Chemische Erschöpfung (Lebensdauer abgelaufen) | Falsche CO₂- und Effizienzberechnungen |
| Kraftstoffinjektor | Fehlende/falsche IMA-Codierung | Ungleichgewicht (fett/mager), hoher Ruß/CO |
| NOx-Sensor | Ausfall der Heizung | Unplausible Werte, Drehmomentbegrenzung |
| Kupferdichtring | Verformung (wiederverwendet) | Verbrennungsgaslecks (Blow-by) |
Vergleichstabelle
Hier finden Sie eine kompakte Übersicht, die fehlerhafte Abgaswerte mit korrigierten Ergebnissen vergleicht und mögliche Lösungen aufzeigt. Diese Tabelle ist besonders hilfreich für Techniker und Gutachter, um Diagnoseprozesse zu beschleunigen und Fehlerquellen gezielt zu beheben. Die enthaltenen Daten basieren auf realen Fallstudien und bieten praxisorientierte Lösungsansätze.
Ein Beispiel: Im November 2013 wurde ein Daihatsu (Baujahr 2007) untersucht, der die Abgasprüfung nicht bestand. Die Messwerte bei 3.500 U/min zeigten Lambda 1,10, CO 0,02 % und HC 11 ppm. Der Fehler wurde auf ein großes Loch im Auspuff zurückgeführt, das durch einen Edelstahl-Auspuff ersetzt wurde. Nach der Reparatur im Dezember 2013 verbesserten sich die Werte auf Lambda 1,01, CO 0,03 % und HC 39 ppm. Auch die Motorleistung nahm merklich zu.
"The lambda reading you have provided may point to an exhaust leak, but without an exhaust leak it will mean a weak running condition of the engine." – Allan Osborne, Automotive Expert
Eine Analyse zeigt, dass 10 % bis 40 % der Prüfstandzeit durch vermeidbare Messfehler verloren gehen. Eine systematische Kontrolle der Werte kann diese Verluste minimieren und Fehldiagnosen verhindern.
| Fehlertyp | Typische fehlerhafte Messwerte | Korrigierte/Zielwerte | Vermeidungs-/Erkennungsmethode |
|---|---|---|---|
| Falschluft im Ansaugsystem | Lambda >1,03, CO niedrig | Lambda: 0,97–1,03, CO: <0,20 % | Unterdruckleitungen und Luftschläuche auf Undichtigkeiten prüfen |
| Defekte Lambdasonden | Lambda 1,10 oder statische Werte | Lambda: 0,97–1,03 | OBD-II-Scan zur Prüfung der Sensoraktivität |
| Rücklaufmengen der Einspritzdüsen | Lambda hoch (mager) oder niedrig (fett) | Lambda: ~1,00, HC: <200 ppm | Injektorrücklaufmengen und Kraftstoffleitungen prüfen |
| Undichte Stellen im Abgas- oder Probenentnahmesystem | Lambda: 1,10, CO: 0,02 %, HC: 11 ppm | Lambda: 1,01, CO: 0,03 %, HC: 39 ppm | Verbindungsstellen auf Ruß prüfen; Endrohr abdichten |
| Gemischfehler durch defekte Komponenten | Lambda hoch, schlechte Reaktionsfähigkeit | Lambda: 0,97–1,03 | Plausibilitätsprüfung der Sensordaten über OBD-II |
Fazit
Probleme wie Falschluft, defekte Lambdasonden oder Undichtigkeiten führen zu Messabweichungen, die Fehldiagnosen, zusätzliche Kosten und sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Diese zentralen Punkte verdeutlichen die Bedeutung präziser Diagnosetechniken und leiten zur abschließenden Bewertung über.
Bei Bi-Fuel-Fahrzeugen (LPG/CNG) ist die Genauigkeit der Messverfahren besonders entscheidend. Normative Berechnungsmethoden, die die benzinbetriebene Phase nach einem Kaltstart nicht gesondert betrachten, senken die gemessenen Werte für CO, THC, NOx und CO₂ um etwa 7 %. Im WLTC-Zyklus liegt die durchschnittliche Abweichung bei den CO₂-Emissionen bei rund 1,6 %. Solche Ungenauigkeiten können technische Defekte verschleiern und finanzielle Folgen haben, beispielsweise durch Strafzahlungen bei Grenzwertüberschreitungen.
Hochpräzise Messgeräte wie NDUV für NOx oder NDIR für CO/CO₂ sind entscheidend, um die Einhaltung von Emissionsnormen wie Euro 5 oder Euro 6 sicherzustellen .
Die Schlussfolgerung aus diesen technischen Erkenntnissen ist klar: Exakte Emissionsdaten sind unverzichtbar. Hierbei bietet die CUBEE Sachverständigen AG umfassende Unterstützung durch digitale und vor Ort durchführbare KFZ-Gutachten. Mit einem Netzwerk von Container-Standorten in Deutschland und Europa sowie mobilen Gutachtern ermöglicht sie schnelle und kompetente Fahrzeugbewertungen – wobei präzise Abgasanalysen eine zentrale Rolle spielen.
FAQs
Welche Abgaswerte deuten am ehesten auf ein Leck hin?
Abgaswerte, die auf ein potenzielles Leck hindeuten, zeigen oft erhöhte Mengen an unverbrannten Kohlenwasserstoffen sowie ungewöhnlich hohe Konzentrationen von CO (Kohlenmonoxid) oder NOx (Stickoxide). Solche Abweichungen können auf eine unvollständige Verbrennung oder Undichtigkeiten im Abgassystem hinweisen.
Wie erkenne ich Falschluft ohne Rauchtest?
Falschluft kann auch ohne einen Rauchtest identifiziert werden, indem man auf bestimmte Anzeichen achtet. Ein Hinweis darauf sind ungewöhnliche Emissionswerte, wie etwa erhöhte CO- oder NOx-Werte, die auf mögliche Undichtigkeiten hindeuten können.
Eine gründliche visuelle Inspektion ist ebenfalls hilfreich. Suchen Sie nach offensichtlichen Problemen wie Rissen, losen Verbindungen oder beschädigten Dichtungen.
Zusätzlich ist der Einsatz geeigneter Messgeräte entscheidend. Achten Sie darauf, die Technik korrekt anzuwenden, beispielsweise durch eine schnelle Druckreduzierung der Gasprobe, um Kondensation zu vermeiden. Solche Maßnahmen können helfen, Falschluft präzise zu erkennen.
Welche Sensoren müssen wie oft kalibriert oder getauscht werden?
Sensoren von Abgasanalysegeräten, insbesondere elektrochemische Gassensoren, müssen regelmäßig gewartet werden, um genaue Messergebnisse zu gewährleisten. Laut Bedienungsanleitung ist es erforderlich, diese alle 12 Monate entweder zu kalibrieren oder auszutauschen.
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