Interoperabilitätstests sind entscheidend für die präzise Fahrzeugbewertung. Sie ermöglichen den reibungslosen Datenaustausch zwischen Diagnosegeräten, Bewertungssystemen und Herstellerdatenbanken. Ohne diese Tests bleiben Daten isoliert, was zu fehlerhaften Bewertungen führt. Standards wie ASAM OTX und ODS sorgen für konsistente Ergebnisse und sparen Zeit sowie Kosten.

Kernpunkte:

  • Datenintegration: Vermeidung von Datensilos durch standardisierte Schnittstellen, etwa beim Vergleich mobiler und traditioneller Fahrzeugbewertungen.
  • Effizienz: Automatisierte Tests reduzieren manuelle Arbeit und beschleunigen Prozesse.
  • Genauigkeit: Präzisere Datenerfassung durch Real-Time-Simulationen und HiL-Plattformen.
  • Kostensenkung: Virtuelle Tests minimieren den Einsatz physischer Prototypen.

Interoperabilitätstests sind der Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen moderner, softwaregesteuerter Fahrzeuge.

Vorteile von Interoperabilitätstests für die Fahrzeugbewertung

Präzisere Datenerfassung und Konsistenz

Interoperabilitätstests gewährleisten einen fehlerfreien Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen. Standards wie ASAM ODS (Open Data Services) garantieren, dass Diagnosewerte von unterschiedlichen Prüfständen und Geräten einheitlich interpretiert werden, wodurch manuelle Übersetzungsfehler vermieden werden. Plattformunabhängige Formate wie ASAM OTX (ISO 13209) ermöglichen die problemlose Übertragung von Testsequenzen zwischen Systemen, was Fehler durch systemspezifische Anpassungen minimiert.

Durch den Einsatz von Real-Time-Simulationsmodellen in Interoperabilitätstests wird eine relative Abweichung von weniger als 5 % bei allen EU6d-relevanten Emissionskomponenten während standardisierter Testzyklen erreicht. Diese Genauigkeit ist besonders wichtig, da moderne Fahrzeuge auf präzise Sensordaten angewiesen sind. Die erhöhte Datenintegrität bildet somit die Grundlage für effizientere und schnellere Bewertungsprozesse.

Effizientere Bewertungsprozesse

Sobald präzise Daten verfügbar sind, profitieren Bewertungsprozesse, wie etwa durch automatisierte Algorithmen für Fahrzeugbewertungen, von erheblichen Zeiteinsparungen. Durch die Nutzung von Hardware-in-the-Loop (HiL)-Plattformen für Kalibrierungs- und Validierungsaufgaben lässt sich die Projektzeit deutlich reduzieren. Ein Beispiel hierfür ist ein Experiment, das im Februar 2024 von Forschern des Lehrstuhls für Thermodynamik mobiler Energiesysteme in Aachen und der FEV Europe GmbH durchgeführt wurde. Mithilfe einer dSPACE-Scalexio- und xMOD-Co-Simulationsumgebung konnten Diagnoseläufe und Fehlermuster virtuell simuliert werden – ohne den Einsatz physischer Prototypen oder Rollenprüfstände.

Darüber hinaus ermöglichen standardisierte Datenzugriffe über OBD- und OTA-Schnittstellen (ISO 20730) ereignisgesteuerte, fernunterstützte Inspektionen. Mobile Bewertungssysteme profitieren besonders von automatisierten Message-Checks, die sicherstellen, dass Protokolle eingehalten werden, wodurch manuelle Prüfungen überflüssig werden.

Kosteneinsparungen durch standardisierte Tests

Traditionelle OBD-Kalibrierungen erfordern häufig drei Prototypenfahrzeuge pro Phase. Der Einsatz von HiL-Plattformen reduziert diese Anzahl erheblich, da virtuelle Tests physische Ressourcen ersetzen können. Zudem verringern standardisierte Authentifizierungsverfahren wie Plug&Charge (ISO 15118) den Bedarf an aufwendigem Kundensupport sowie an Infrastruktur für manuelle Authentifizierungsmethoden wie RFID-Karten.

Ein Beispiel für die Effizienz solcher Ansätze ist ein Interoperabilitätstest, den Hubject im Dezember 2024 zwischen einem BMW X1e und einem IoCharger IOCAH30-Ladegerät durchführte. Die Echtzeitmessungen zeigten, dass der TLS-Handshake für eine sichere Authentifizierung nur 1,52 Sekunden dauerte – frühere Schätzungen lagen etwa 170 % darüber. Solche standardisierten Methoden helfen, kostspielige Interoperabilitäts- und Konformitätsprobleme zu vermeiden.

„The use of complex simulation models significantly improves the quality of calibrations while minimizing the number of required prototype vehicles and test resources, thus reducing development costs." – MDPI Applied Sciences

Methoden und Standards für Interoperabilitätstests

Technische Testansätze

Die funktionale Kompatibilitätsprüfung bildet die Grundlage moderner Interoperabilitätstests. Hierbei werden funktionale Anforderungen und Kommunikationsprotokolle wie ISO 22133-1 definiert, um sicherzustellen, dass Systeme verschiedener Hersteller innerhalb einer einheitlichen Testumgebung gesteuert und überwacht werden können. In Multi-Vendor-Umgebungen übernimmt ein zentrales Kontrollzentrum die Steuerung aller Testgeräte.

Ein weiterer zentraler Ansatz ist die standardisierte Datenmodellierung mithilfe eines „Base Model" (ASAM ODS). Dieses Modell schafft eine einheitliche semantische Struktur, die für eine konsistente Interpretation der Testdaten unverzichtbar ist. Dadurch wird sichergestellt, dass Daten unabhängig vom eingesetzten Tool korrekt interpretiert werden. Ergänzt wird dies durch die API-basierte Integration, bei der standardisierte Schnittstellen wie XIL (für Testautomatisierung) oder HTTP-APIs mit Google Protocol Buffers (für Datendienste) den direkten Datenaustausch zwischen Softwarekomponenten ermöglichen.

Die automatisierte Systemvalidierung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Standards wie ASAM ATX und XIL gewährleisten, dass integrierte Komponenten unter simulierten Bedingungen wie erwartet funktionieren. Regelmäßig durchgeführte „Cross Tests" von Branchengruppen überprüfen, ob verschiedene Implementierungen eines Standards tatsächlich interoperabel und konform sind. Diese Ansätze schaffen die Grundlage für die Entwicklung spezifizierter Branchenstandards und Kommunikationsprotokolle.

Branchenstandards und Protokolle

Auf diesen technischen Ansätzen aufbauend, regeln etablierte Branchenstandards die systemübergreifende Datenkommunikation. Eine zentrale Rolle spielt dabei die ASAM e.V. (Association for Standardization of Automation and Measuring Systems).

Ein wichtiger Standard ist ASAM ODS (Open Data Services), der die Speicherung und den Abruf von Testdaten ermöglicht. Er dient als „Datenfusionszentrum", in dem Daten von Prüfständen und Messgeräten über einheitliche Methoden und Schnittstellen zugänglich gemacht werden. Die Version 6.2.1, veröffentlicht am 31. Dezember 2025, unterstützt moderne Anforderungen an das Testdatenmanagement, insbesondere für Flotten- und Simulationsdaten.

Für softwaredefinierte Fahrzeuge ist ASAM SOVD (Service-Oriented Vehicle Diagnostics) von großer Bedeutung. Dieser Standard ermöglicht Remote-Diagnosen und Over-the-Air (OTA)-Updates, was ihn für moderne Diagnosesysteme unverzichtbar macht. Ein weiterer Standard, ASAM XCP (Universal Measurement and Calibration Protocol), ermöglicht den Lese- und Schreibzugriff auf den ECU-Speicher. Dies ist entscheidend, um präzise interne Fahrzeugparameter während der Bewertung zu extrahieren. Interessanterweise werden etwa 80 % aller Fahrzeuge weltweit mit ASAM-Standards kalibriert.

„High-quality test data management, and hence data exchange and data fusion, is key to facilitating interoperability between systems, manufacturers, technical services, and other stakeholders involved." – ASAM e.V.

Ein weiterer bedeutender Standard ist ASAM OTX (Open Test sequence eXchange), der Testsequenzen in einem austauschbaren Format beschreibt. Dadurch können Bewertungsverfahren über unterschiedliche Testumgebungen und Tools hinweg ausgeführt werden. Die Kombination dieser Standards ermöglicht es, Bewertungssysteme unabhängig vom Hersteller zu betreiben und Daten reibungslos zwischen verschiedenen Plattformen auszutauschen.

So implementieren Sie Interoperabilitätstests in der Fahrzeugbewertung

4-Schritte-Prozess zur Implementierung von Interoperabilitätstests in der Fahrzeugbewertung

4-Schritte-Prozess zur Implementierung von Interoperabilitätstests in der Fahrzeugbewertung

Die Integration von Interoperabilitätstests in digitale Bewertungsprozesse erfolgt in vier klar definierten Schritten: 1. Erfassung der Anforderungen (z. B. mobile Bewertungs-Apps, Datengenauigkeit), 2. Definition von Kontrollpunkten und Datenvariablen, 3. Implementierung von Testverfahren (z. B. mit ASAM OTX) und 4. Durchführung sowie Auswertung der Testfälle. Diese systematische Herangehensweise sorgt für Effizienz, reduziert Kosten und adressiert die Herausforderungen moderner Fahrzeugbewertung direkt.

Im Juli 2024 präsentierte ein Team unter der Leitung von Dr.-Ing. Ludwig Friedmann von BMW AG ein „Minimum Viable Product" für ACC-Testing. Dabei kamen ASAM OTX zur Testspezifikation und ASAM ODS für das Datenmanagement zum Einsatz. Das Projekt zeigte, wie standardisierter Pseudo-Code die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Testing-Tools erleichtern kann.

„The overarching aim is to streamline testing processes, to improve the reusability of test artefacts and to facilitate validation." – Dr.-Ing. Ludwig Friedmann, BMW AG

Für die praktische Anwendung empfiehlt es sich, Testspezifikation und Szenariobeschreibung (z. B. spezifischer Fahrzeugzustand) zu trennen. So vermeiden Sie Hard-Coding und schaffen eine bidirektionale Interaktion. Automatisierte Umgebungsprüfungen sind ebenfalls essenziell: Das System überprüft vor der Ausführung automatisch die Kompatibilität der Testumgebung – sei es ein Mobilgerät, Scanner oder Remote-Server. Im Folgenden wird erläutert, wie diese Architektur speziell für mobile und Remote-Bewertungssysteme genutzt werden kann.

Testing für mobile und Remote-Bewertungssysteme

Mobile Bewertungsumgebungen stellen besondere Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Datenübertragung. Automatisierte Message-Checks nutzen ein generisches Framework, um sicherzustellen, dass Nachrichten zwischen mobilen Bewertungs-Apps und Cloud-Datenbanken den Protokollstandards entsprechen. Dies gewährleistet, dass Remote-Daten korrekt und standardkonform übertragen werden.

Für Remote-Überwachung und -Steuerung definiert ISO 22133 Anforderungen an Messaging und Funktionalität. Ziel ist es, eine interoperable Umgebung zwischen Testobjekten und Kontrollzentren zu schaffen. Ein praktisches Beispiel: Ein mobiler Gutachter der CUBEE Sachverständigen AG erfasst Fahrzeugdaten mit einem OBD-II-Scanner vor Ort. Interoperabilitätstests stellen sicher, dass die Datenübertragung auch bei schwankenden Netzwerkbedingungen oder unterschiedlicher Hardware stabil bleibt.

„Interoperability is a prerequisite to allow users to access systems implemented by different vendors seamlessly." – Thomas Rings, Software Engineering For Distributed Systems Group

Schlüsselwortbasierte Tests vereinfachen zudem die Testerstellung für nicht-technische Gutachter erheblich. Das ermöglicht eine Standardisierung der Bewertungsverfahren, ohne dass tiefgehende Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Verbindung von Tools und Systemen

Nach Abschluss der Tests ist es entscheidend, die eingesetzten Systeme nahtlos zu verbinden. Die Synchronisation zwischen Vor-Ort-Werkzeugen und Cloud-basierten Bewertungssystemen erfolgt über standardisierte APIs. ASAM ODS nutzt HTTP-APIs mit Web-Services und Google Protocol Buffers zur Datenserialisierung. Das sorgt für eine konsistente Speicherung und den Abruf von Daten über verschiedene IT-Architekturen hinweg. ODS-Server fungieren dabei als zentrale Datenfusionspunkte, die Informationen von unterschiedlichen Geräten und Anbietern über einheitliche Schnittstellen zugänglich machen.

Für digitalisierte Bewertungsprozesse, wie sie von der CUBEE Sachverständigen AG an Container-Standorten und im mobilen Service genutzt werden, ist eine zentrale Datenverwaltung unverzichtbar. Ein zentraler ODS-Server verarbeitet Daten von verschiedenen Tools und sorgt dafür, dass Massendaten über beschreibende Metadaten zugänglich bleiben. Die am 31. Dezember 2025 veröffentlichte Version ASAM ODS 6.2.1 unterstützt moderne Anforderungen an das Testdatenmanagement, insbesondere für Flotten- und Simulationsdaten.

Um Datensilos zu vermeiden, empfiehlt sich die Einführung eines Metadaten-Managements und eines „Business Glossary“. Dies stellt sicher, dass Begriffe und Datenstrukturen innerhalb der Organisation einheitlich verstanden werden. Durch die Anreicherung von Datensätzen mit Metadaten und domänenspezifischem Wissen gemäß einer organisationsspezifischen Taxonomie wird die Datenqualität verbessert und die Wiederverwendbarkeit erleichtert.

Standard Primäre Funktion Vorteil für die Bewertung
ASAM ODS Testdatenmanagement Standardisierte Speicherung und Abruf von Messdaten
HTTP-API Systemkonnektivität Echtzeit-Datensynchronisation über Web-Services
ISO 22133 Standardisiertes Messaging Überwachung und Steuerung von Testobjekten

Herausforderungen und Best Practices bei Interoperabilitätstests

Lösung von Systemkompatibilitätsproblemen

Unterschiedliche Implementierungen von Standards machen eine reibungslose Kommunikation oft schwierig. Selbst wenn zwei Systeme offiziell dasselbe Protokoll verwenden, können sie dennoch nicht nahtlos miteinander interagieren. Solche Probleme führen häufig zu Kommunikationsfehlern, die in der Fahrzeugbewertung den Verlust wichtiger Daten nach sich ziehen können.

Ein weiteres Hindernis sind unklare Schnittstellendefinitionen zwischen mobilen Bewertungssystemen und den Onboard-Einheiten der Fahrzeuge. Diese erschweren den Datenabruf erheblich. Mit der zunehmenden Komplexität moderner Fahrzeuge stoßen herkömmliche Testmethoden an ihre Grenzen. Zusätzlich schaffen inkonsistente Testdaten isolierte Datensilos, die den Austausch zwischen verschiedenen Systemen blockieren.

Ein möglicher Lösungsansatz besteht in der Einführung automatisierter Message-Checks innerhalb eines generischen Testframeworks sowie eines einheitlichen Testdatenmanagements. Um den Datenaustausch zwischen Systemen zu erleichtern, sollten Daten vor der Speicherung sorgfältig geplant und modelliert werden. Klare Schnittstellendefinitionen und eine organisationsspezifische Taxonomie sind ebenfalls entscheidend, um Kompatibilitätsprobleme systematisch zu überwinden. Solche Herausforderungen erfordern präzise Automatisierungslösungen und ein stringentes Datenmanagement – Aspekte, die im Folgenden detaillierter betrachtet werden.

Best Practices für effektives Testing

Ein gut strukturierter Entwicklungsprozess ist die Grundlage für effektive Interoperabilitätstests. Sprachunabhängige Frameworks, die unabhängig von spezifischen Systemtechnologien arbeiten, sorgen für eine breite Kompatibilität. Darüber hinaus verbessert die Nutzung standardisierter Testspezifikationen, wie der ASAM OpenTestSpecification, die Wiederverwendbarkeit von Testartefakten und stellt die Kompatibilität zwischen verschiedenen Werkzeugen sicher.

Durchdachte Teststrategien und wiederholte Automatisierungsschritte sind entscheidend, um Kompatibilitätsprobleme zu lösen. Automatisierte Interoperabilitätstests bieten klare Pass/Fail-Ergebnisse und ermöglichen es, Defekte frühzeitig zu erkennen. Dies reduziert nicht nur die Behebungskosten, sondern steigert auch die Effizienz der Tests. Für mobile und Remote-Bewertungen ist die Einhaltung etablierter Protokolle wie ISO 22133 zu empfehlen, die eine zuverlässige Überwachung und Steuerung von Testobjekten gewährleisten.

Ein praktisches Beispiel liefert die CUBEE Sachverständigen AG: Dank standardisierter Verfahren und konsistentem Datenmanagement bleiben Bewertungen über verschiedene Standorte und mobile Einsätze hinweg einheitlich. Ein Multi-Säulen-Ansatz, der Simulationen, reale Tests und automatisierte Prüfungen kombiniert, stellt sicher, dass die Fahrzeugfunktionen während der Bewertung zuverlässig bleiben.

Zukunftstrends bei Interoperabilitätstests für die Fahrzeugbewertung

KI-gestützte Fahrzeugbewertung für Echtzeit-Tests

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie Interoperabilitätstests durchgeführt werden. Mit KI-Algorithmen lassen sich hochkomplexe Szenarien analysieren, wobei kritische Situationen erkannt werden, die bei manuellen Tests oft unentdeckt bleiben. Statt jeden Parameter einzeln zu prüfen, setzen moderne Systeme auf intelligente Variationsalgorithmen, die Grenzwerte effizienter erfassen und untersuchen.

Ein spannender Ansatz ist die Surrogatmodellierung, die auf radialen Basisfunktionen basiert. Diese Methode ermöglicht es, das Verhalten eines Fahrzeugs auch für Parameterkombinationen vorherzusagen, die nicht direkt simuliert wurden. Dadurch sinkt die Anzahl physischer Tests erheblich. Für die Fahrzeugbewertung bedeutet das: Prozesse werden schneller, präziser und können kritische Systemzustände automatisch identifizieren.

„Die Entwicklung autonomer Fahrfunktionen kann als datengetrieben beschrieben werden." – ASAM e.V.

Die Validierung automatisierter Fahrfunktionen basiert zunehmend auf großen Datenmengen, die aus realen Szenarien und Simulationen stammen. Cloud-basierte Parallelisierung spielt dabei eine zentrale Rolle: Testfälle können gleichzeitig in der Cloud ausgeführt werden, was die Validierung komplexer Fahrfunktionen erheblich beschleunigt. Bis 2026 rechnen mehr als 60 % der Unternehmen mit einem spürbaren Nutzen aus KI- und Automatisierungsinitiativen.

Für Unternehmen wie die CUBEE Sachverständigen AG bedeutet dies eine Weiterentwicklung hin zu ferngestützten, ereignisgesteuerten Inspektionen. Mithilfe von Over-the-Air-Schnittstellen (OTA) können sicherheitsrelevante Anomalien während des gesamten Fahrzeuglebenszyklus erkannt werden. Die Bewertung verschiebt sich dabei von statischen Prüfungen hin zu dynamischen Analysen von Funktion und Leistung. Diese Ansätze basieren auf den bereits etablierten standardisierten Testverfahren und eröffnen neue Möglichkeiten für präzisere Bewertungen. Neben KI spielt auch die Integration moderner Fahrzeugtechnologien eine entscheidende Rolle.

Integration mit fortschrittlicher Fahrzeugtechnologie

Die Fortschritte in der Fahrzeugtechnologie beeinflussen die Fahrzeugbewertung grundlegend. Der Markt für Technologien wie autonome und vernetzte Systeme wird bis 2034 auf mehr als 1,6 Billionen US-Dollar geschätzt. Insbesondere Sensoren für die Fahrzeugwahrnehmung, wie ADAS-Kameras und Radar, haben einen Marktwert von über 10 Milliarden US-Dollar.

Vehicle-to-Everything (V2X)-Interoperabilität wird zu einem zentralen Bewertungskriterium. Ein Beispiel hierfür ist das „DigiT4TAF"-Framework, das im Juli 2025 von Maximilian Zipfl und seinem Team vorgestellt wurde. Dieses Projekt schuf einen Digital Twin des Test Area Autonomous Driving-Baden-Württemberg (TAF-BW) und nutzte eine umfangreiche V2X-Infrastruktur sowie intelligente Kreuzungen mit Kamera- und LiDAR-Sensoren. Ziel war es, physische und digitale Welten miteinander zu verbinden und reale Verkehrsdaten für die Optimierung von Ampelsystemen und die Sicherheitsprüfung der Kommunikation zu nutzen.

Die Konnektivität entwickelt sich weiter in Richtung „Everything-as-a-Service" (XaaS). Dadurch können automatisierte Prozesse wie das Bezahlen von Parkplätzen, Ladevorgängen oder Drive-Through-Services ermöglicht werden. Regulatorische Maßnahmen wie der EU Data Act fördern diese Entwicklung, indem sie ab 2027 offene Schnittstellen und den kostenfreien Datenaustausch zwischen Anbietern vorschreiben.

„Die sich verändernde Fahrzeugarchitektur, zusammen mit Software-Zentriertheit und der Notwendigkeit, die Umgebung in einer offenen Welt zu erfassen, erhöht die Testherausforderungen exponentiell." – ASAM e.V.

Digital Twins sind ein weiterer Schlüssel für die Interoperabilität. Sie schaffen eine Verbindung zwischen realen Fahrzeugdaten und virtuellen Simulationsumgebungen, um Verkehrsfluss und Sicherheit zu optimieren. Für die Fahrzeugbewertung bedeutet das, dass nicht nur der aktuelle Zustand eines Systems analysiert wird, sondern auch zukünftiges Verhalten und Wartungsbedarfe vorhergesagt werden können. Technologien des SAE Level 3-Autonomiefahrens treiben mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 13,6 % die Entwicklung des Hardwaremarktes voran. Diese Trends ergänzen die bestehenden standardisierten Testmethoden und erweitern deren Möglichkeiten erheblich.

Fazit: Interoperabilitätstests in der modernen Fahrzeugbewertung

Interoperabilitätstests spielen eine entscheidende Rolle bei der präzisen und effizienten Bewertung von Fahrzeugen. Sie gewährleisten, dass verschiedene Systeme – von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) über autonome Fahrfunktionen bis hin zu Ladeschnittstellen – reibungslos zusammenarbeiten und Probleme im Betrieb vermieden werden. Standards wie ASAM OTX und ODS schaffen einheitliche Bewertungsgrundlagen, die über unterschiedliche Testumgebungen hinweg konsistent bleiben. Diese technologischen Fortschritte führen zu erheblichen Kosteneinsparungen.

Durch die frühzeitige Erkennung von Fehlern mithilfe eines strukturierten Testdatenmanagements lassen sich Kosten senken und Korrekturen deutlich einfacher umsetzen. Die Möglichkeit, Testartefakte mehrfach zu nutzen, reduziert den Aufwand für neue Tests erheblich. Zudem automatisieren standardisierte Protokolle wie ISO 15118 für Plug&Charge Prozesse wie Authentifizierung und Bezahlung und verdeutlichen die Effizienz moderner Interoperabilitätsstandards.

"If defects can be detected and identified early on in the development process they are, naturally, easier to fix." – ASAM e.V.

Diese Fortschritte tragen direkt zur schnellen und genauen Erstellung digitaler Gutachten bei. Ein Beispiel dafür ist CUBEE, ein Vorreiter in digitalisierten Bewertungsprozessen. Dank moderner Technologien entstehen präzise Gutachten, die über ein Netzwerk aus Container-Standorten und mobilen Gutachtern bereitgestellt werden. Mit der parallelen Übertragung von Fahrzeugdaten und Sprache über Next-Generation eCall auf 4G/5G, das 99 % der deutschen Bevölkerung abdeckt, wird die Unfallbewertung zusätzlich optimiert.

Die Zukunft der Fahrzeugbewertung wird durch softwarebasierte Fahrzeugarchitekturen und bidirektionale Ladetechnologien wie Vehicle-to-Grid (V2G) geprägt. Diese neuen Technologien basieren auf den bewährten Prinzipien der Interoperabilität, die bereits heute Geschwindigkeit, Genauigkeit und Kosteneffizienz in Bewertungsprozessen steigern. Standardisierte Schnittstellen setzen dabei neue Maßstäbe für professionelle Fahrzeugbegutachtungen.

FAQs

Welche Standards sind für Interoperabilitätstests in der Fahrzeugbewertung am wichtigsten?

Bei der Fahrzeugbewertung spielen Standards eine entscheidende Rolle, um den technischen Datenaustausch und die Konformität sicherzustellen. In Europa und international gibt es dafür klare Vorgaben. Ein zentraler Punkt ist die Verordnung (EU) 2016/919, die technische Spezifikationen festlegt. Sie bildet eine wichtige Grundlage für den Austausch von Informationen zwischen verschiedenen Systemen.

Zusätzlich kommen Industriestandards wie ASPICE (Automotive SPICE) ins Spiel. Dieser Standard wurde speziell entwickelt, um die Software-Interoperabilität in der Automobilbranche zu gewährleisten. Das Ziel? Eine nahtlose Kommunikation zwischen Fahrzeugen, der Infrastruktur und den eingesetzten Systemen.

Diese Standards sind unverzichtbar, um präzise und zuverlässige Fahrzeugbewertungen durchzuführen. Sie sorgen dafür, dass alle beteiligten Komponenten reibungslos zusammenarbeiten.

Wie starte ich Interoperabilitätstests, ohne meine Prozesse komplett umzubauen?

Um Tests zur Interoperabilität durchzuführen, ohne Ihre gesamten Systeme umzukrempeln, beginnen Sie mit einer gründlichen Analyse Ihrer aktuellen Systeme und Schnittstellen. Schauen Sie genau hin: Gibt es Stellen, an denen Informationen verloren gehen könnten? Oder Bereiche, in denen Daten mehrfach eingegeben werden müssen?

Ein praktischer Ansatz ist die Nutzung einfacher Werkzeuge wie Offenheitsmetriken. Diese helfen Ihnen, Schwachstellen in Ihren Prozessen aufzudecken. Sobald Sie diese identifiziert haben, können Sie gezielte Anpassungen planen, um die Interoperabilität Schritt für Schritt zu verbessern. So bleibt Ihr bestehendes System intakt, während Sie es effizienter und besser vernetzt machen.

Wie stelle ich Datenqualität und Sicherheit bei OBD-/OTA-Daten in der Bewertung sicher?

Die Gewährleistung von Datenqualität und Sicherheit im Bereich OBD- (On-Board-Diagnose) und OTA- (Over-the-Air) Daten erfordert ein systematisches Vorgehen. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Systematische Überprüfungen: Regelmäßige und präzise Kontrollen der erfassten Daten sorgen dafür, dass diese korrekt und verlässlich sind. Fehler oder Ungenauigkeiten können so frühzeitig erkannt und behoben werden.
  • Regulatorische Vorgaben: Die Einhaltung der EU-Verordnung 2018/858 ist essenziell. Diese Verordnung regelt unter anderem Anforderungen an die Sicherheit und den Datenschutz bei der Verarbeitung von Fahrzeugdaten.
  • Sichere Schnittstellen: Authentifizierungsverfahren wie SERMI (Secure Repair and Maintenance Information) schützen die Datenübertragung vor unbefugtem Zugriff. Diese Verfahren stellen sicher, dass nur autorisierte Personen oder Systeme Zugriff auf sensible Informationen erhalten.

Durch diese Maßnahmen wird nicht nur die Kompatibilität der Datenübertragung gewährleistet, sondern auch ein hohes Maß an Sicherheit geschaffen, um potenzielle Risiken wie Datenmissbrauch oder Hackerangriffe zu minimieren.

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