IoT revolutioniert die Versicherungsbranche. Sensoren in Fahrzeugen erfassen Unfalldaten in Echtzeit und leiten diese automatisch an Versicherer weiter. Das Ergebnis: schnellere Abwicklung, präzisere Bewertungen und weniger Betrug. Gleichzeitig ermöglichen digitale Prozesse eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Gutachtern.
Wichtige Vorteile:
- Echtzeit-Unfallerkennung: Sensoren melden Unfälle sofort, aktivieren Unterstützung (z. B. Abschleppdienst) und starten den Schadensprozess.
- Automatisierte Schadensbewertung: KI analysiert Daten wie Aufprallstärke und erstellt Kostenschätzungen, oft ohne manuelle Eingriffe.
- Betrugsprävention: Abgleich von Sensordaten mit Fahrerangaben deckt Unregelmäßigkeiten auf und reduziert falsche Ansprüche.
- Kombination von Daten und Expertise: IoT-Daten ergänzen Gutachten, ermöglichen Fernbewertungen und beschleunigen den Prozess.
IoT macht Versicherungsansprüche effizienter, genauer und transparenter – für Versicherer und Kunden gleichermaßen.
IoT-gestützte Schadensabwicklung: Von der Unfallerkennung bis zur Begutachtung
Wie IoT-Warnungen die Schadensabwicklung beschleunigen
Unfallerfassung in Echtzeit
Mit modernen Sensorsystemen können Unfälle in dem Moment erkannt werden, in dem sie passieren. Diese Systeme senden die erfassten Daten direkt und ohne Verzögerung an die Schadensmanagement-Plattform des Versicherers.
Ein spannendes Beispiel liefert die Zurich Group Germany: Im März 2023 startete das Unternehmen ein Pilotprojekt, bei dem Fahrzeuge Unfälle eigenständig melden. Eine KI analysiert dabei die Daten, wie etwa Airbag-Auslösungen, und aktiviert sofortige Unterstützung – etwa einen Abschleppdienst oder die Bereitstellung eines Mietwagens.
„Jetzt spricht das Auto direkt mit der Versicherung." – Horst Nussbaumer, Chief Operating Officer, Zurich Group Germany
Diese Technologie geht über die reine Erfassung hinaus: Sie minimiert bürokratische Hürden und beschleunigt die gesamte Abwicklung.
Reduzierung administrativer Verzögerungen
Die automatisierte Schadensmeldung setzt den Regulierungsprozess in Gang, ohne dass manuelle Eingaben nötig sind. Mithilfe von KI werden die Sensordaten analysiert, der Schaden klassifiziert und erste Schätzungen zum Schadenswert erstellt. Zusätzlich erhält der Fahrer einen Link auf sein Smartphone, über den er Fotos und Beschreibungen des Schadens direkt hochladen kann. Diese Informationen fließen nahtlos in die digitale Schadensakte ein.
Für Flottenmanager bietet die Digitalisierung klare Vorteile: Eine zentrale digitale Akte sorgt für vollständige Übersicht und reduziert gleichzeitig den Aufwand durch Papierarbeit.
Nutzung von IoT-Daten für präzise Schadensbewertungen
Erfassung von Aufpralldaten
IoT-Sensoren spielen eine zentrale Rolle bei der Erfassung von Unfallparametern. Mithilfe von Beschleunigungsmessern und Geschwindigkeitssensoren werden abrupte Verzögerungen und Richtungswechsel aufgezeichnet, die auf eine Kollision hinweisen können. Zu den erfassten Daten gehören unter anderem Geschwindigkeit, Krafteinwirkung, Schweregrad des Unfalls, GPS-Position und Kilometerstand.
Diese Daten werden in Echtzeit über Mobilfunkverbindungen übermittelt – sei es durch OBD-II-Dongles, Telematik-Boxen oder werkseitig installierte Systeme. Die so gewonnenen Rohdaten werden digital verarbeitet und ermöglichen es, vorläufige Schadensbewertungen und Kostenschätzungen zu erstellen, oft noch bevor der Fahrer den Schaden meldet.
Ein konkretes Beispiel liefert die Zurich Group Germany: Seit 2021 setzt das Unternehmen auf die „Zurich Call"-Lösung, die Fahrzeugsensoren und KI kombiniert, um Unfälle automatisch zu melden und sofortige Unterstützung bereitzustellen. Daten wie Airbag-Auslösungen und die Aufprallkraft werden analysiert, um digitale Schadensschätzungen zu erstellen. Dadurch wird der zeitintensive Bearbeitungsprozess deutlich reduziert, und in einigen Fällen können traditionelle Gutachten vollständig ersetzt werden. Diese präzisen Datensätze bilden die Grundlage für fundierte Gutachten, die im nächsten Abschnitt näher betrachtet werden.
Unterstützung von Sachverständigengutachten
Die erfassten Kollisionsdaten bieten eine objektive Grundlage für Sachverständigengutachten. Experten können diese digitalen Informationen nutzen, um fundierte Einschätzungen vorzunehmen, die den Bedarf an aufwendigen Vor-Ort-Besichtigungen deutlich verringern. Besonders effektiv ist die Kombination aus automatisierter Datenerfassung und dem Fachwissen erfahrener Gutachter: Während die Sensoren physikalische Parameter des Unfalls dokumentieren, gleichen die Sachverständigen diese Daten mit ihrem Wissen ab, um eine umfassende Bewertung zu erstellen.
„Die Nutzung von Connected Car Data von CARUSO ermöglicht es uns, unseren Kunden erstmals ein nahtloses Schadenerlebnis zu bieten." – Horst Nussbaumer, Chief Operating Officer, Zurich Group Germany
Zudem eröffnet die digitale Integration neue Möglichkeiten wie Fernbewertungen und Livestreaming-Begutachtungen. Experten können Schäden per Videotechnologie aus dem Back Office analysieren, was den Bewertungsprozess beschleunigt und Streitigkeiten minimiert, da die objektiven Sensordaten als verlässliche Referenz dienen. Bei komplexen Fällen bleibt jedoch die manuelle Analyse durch erfahrene Gutachter unverzichtbar, um eine vollständige und präzise Schadensbewertung zu gewährleisten.
Auch Dienstleister wie die CUBEE Sachverständigen AG profitieren von der Integration von IoT-Daten. Der digitale Bewertungsprozess ermöglicht schnelle und professionelle Einschätzungen von Unfallschäden, was den gesamten Versicherungsprozess effizienter und reibungsloser gestaltet.
Betrugsprävention durch IoT-Verifizierung
Neben präzisen Schadensbewertungen spielt die IoT-Verifizierung eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung von Betrug.
Mustererkennung zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten
Mit IoT-Technologie wird die Betrugserkennung von subjektiven Einschätzungen auf datenbasierte Analysen umgestellt. Sensoren erfassen dabei exakte Informationen wie Fahrzeuggeschwindigkeit, GPS-Position und die Aufprallstärke im Moment des Unfalls. Diese Daten werden anschließend mit den Angaben des Versicherungsnehmers abgeglichen. Gibt ein Fahrer beispielsweise an, mit 50 km/h gefahren zu sein, während Telematikdaten eine Geschwindigkeit von 80 km/h zeigen, wird dies automatisch als Unstimmigkeit erkannt.
Besondere Stärke zeigt die Analyse von Verhaltensmustern durch KI-Modelle. Diese erkennen abweichendes Fahrverhalten oder ungewöhnliche Aktivitäten, die auf potenziell betrügerische Vorgänge hinweisen. Ein paneuropäischer Versicherer konnte durch diese Technologie betrügerische Auszahlungen um 35 % senken und die Bearbeitungszeiten um 40 % verkürzen.
Die Kombination verschiedener Datenquellen erhöht die Effektivität der Betrugserkennung. Versicherer vergleichen interne Sensordaten mit externen Informationen, wie z. B. Wetterberichten, Werkstattdaten oder Verkehrsinformationen, um Widersprüche aufzudecken. Diese präzise Datenanalyse ist ein wichtiger Schritt, um falsche Ansprüche weiter zu minimieren.
Reduzierung falscher Ansprüche
Die Überwachung von Fahrdaten hat außerdem einen abschreckenden Effekt auf falsche Angaben. Ein interessanter Nebeneffekt der IoT-Technologie ist die „Selbstzensur" der Versicherungsnehmer. Studien zeigen, dass Telematik dazu führt, dass Fahrer korrektere Angaben machen. Allein die Tatsache, dass Daten erfasst werden, wirkt präventiv und senkt die Betrugsrate spürbar.
„Der IoT-versierte Versicherer... verbessert die Kundenbeziehung, indem er offenlegt, wie das Unternehmen IoT nutzt, um das gesamte Versicherungskollektiv zu schützen und die Prämien so niedrig wie möglich zu halten." – BearingPoint
Durch automatisierte Verifizierungsprozesse werden risikoarme Ansprüche schneller genehmigt, während menschliche Ermittler sich auf komplexere Fälle konzentrieren können. Diese Effizienzsteigerung kommt auch ehrlichen Versicherungsnehmern zugute, da ihre Ansprüche zügiger bearbeitet werden. Transparenz über die Nutzung der Daten schafft zusätzlich Vertrauen: Kunden erkennen, dass die Technologie nicht zur Überwachung dient, sondern dem Schutz aller Versicherten vor betrügerischen Aktivitäten. Solche Aktivitäten könnten andernfalls zu höheren Prämien führen.
Kombination von IoT mit Fahrzeugbegutachtungsdiensten
Die Verbindung von IoT-Technologie mit der Expertise von Sachverständigen eröffnet spannende Möglichkeiten. Sobald Sensoren einen Unfall registrieren, werden die erfassten Daten in Echtzeit an Schadensmanagement-Plattformen übertragen. Dort treffen automatisierte Analysen auf die manuelle Präzision erfahrener Gutachter – eine Kombination, die digitale Effizienz mit menschlichem Urteilsvermögen vereint.
Ein Beispiel für diese hybride Methode liefert die Zurich Group Germany. Unter der Leitung von COO Horst Nussbaumer wurde Anfang 2021 in Zusammenarbeit mit Porsche Consulting das „Zurich Call"-System eingeführt. Dieses System nutzt Fahrzeugsensoren, die Unfalldaten automatisch an die Versicherung melden. Mithilfe von KI und umfangreichen Datenbanken werden die Informationen analysiert, Schadenskosten berechnet und viele herkömmliche Gutachten überflüssig gemacht – ohne dabei den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu verlieren.
„Jetzt spricht das Auto direkt mit der Versicherung." – Horst Nussbaumer, Chief Operating Officer, Zurich Group Germany
Diese innovative Methode dient als Grundlage für detaillierte digitale Analysen, die im nächsten Abschnitt näher betrachtet werden.
Digitale Integration für präzisere Berichte
Dank der digitalen Integration fließen IoT-Daten nahtlos in die Begutachtungsprozesse ein. KI-gestützte Mustererkennung wertet beispielsweise Aufpralldaten aus, um vorherzusagen, welche Fahrzeugteile bei unterschiedlichen Kollisionsarten beschädigt sein könnten – sei es bei einem Auffahrunfall oder einem seitlichen Zusammenstoß.
Ein Vorreiter in diesem Bereich ist TÜV SÜD mit seinem „Automated Incident Management"-System. Dieses System verbindet Flottenfahrzeuge über plattformunabhängige Tools (TRCM). Sobald Sensoren eine starke Verzögerung registrieren, werden die Rohdaten in Echtzeit an ein Schadensmanagement-Tool übermittelt. Sachverständige nutzen anschließend „OKAPI", einen Online-Bewertungsdienst, sowie Livestreaming-Technologie, um Schäden per Tablet oder Smartphone zu begutachten. So erhalten Flottenmanager unmittelbar einen digitalen Bericht.
Neben der nahtlosen Integration von Daten erweitern mobile Technologien die Möglichkeiten der Begutachtung vor Ort erheblich.
Mobile und standortbasierte Begutachtungsoptionen
Die Einführung von Livestreaming-Technologie hat die Vor-Ort-Begutachtung grundlegend verändert. Sachverständige können nun Schäden in Echtzeit per Video aus dem Backoffice beurteilen, ohne selbst zum Unfallort reisen zu müssen. Diese Remote-Begutachtung spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern beschleunigt auch die gesamte Schadensabwicklung.
Ein weiteres Beispiel für moderne Begutachtungsdienste ist die CUBEE Sachverständigen AG. Dieses Unternehmen kombiniert digitale Prozesse mit flexiblen Bewertungsoptionen. Dank eines Netzwerks von Container-Standorten in Deutschland können Fahrzeuge entweder direkt vor Ort begutachtet werden, oder mobile Sachverständige besuchen das beschädigte Fahrzeug. Der digitalisierte Ansatz ermöglicht schnelle KFZ-Gutachten und ergänzt perfekt IoT-gestützte Schadensmeldungen.
„Unsere oberste Priorität ist es, den Menschen nahe zu sein, unseren Versicherungsnehmern. Deshalb werden wir niemals Maschinen alleine arbeiten lassen, wenn es um den Dialog mit unseren Kunden im Schadensfall geht." – Horst Nussbaumer, Chief Operating Officer, Zurich Group Germany
Fazit: Die Auswirkungen von IoT auf Versicherungsansprüche
IoT-Warnsysteme haben die Schadensabwicklung revolutioniert. Dank Echtzeit-Sensordaten können Prozesse schneller gestartet und automatisiert bearbeitet werden, was die Bearbeitungszeit erheblich verkürzt. Im Vergleich zu traditionellen, oft langwierigen und kostspieligen Schadensermittlungen wird hier ein enormes Einsparpotenzial sichtbar.
Ein weiterer Vorteil ist die Genauigkeit bei der Schadensbewertung. Anstelle von Schätzungen liefern Sensordaten messbare Fakten – etwa zu Aufprallgeschwindigkeiten oder Druckwerten. Diese objektiven Daten verringern menschliche Fehler und Vorurteile und sorgen dafür, dass Genehmigungsprozesse schneller abgewickelt werden können.
Auch in der Betrugsprävention spielt IoT eine wichtige Rolle. Systeme wie Telematik überwachen das Fahrverhalten der Versicherten und wirken abschreckend auf falsche Angaben. Angesichts einer geschätzten Betrugsquote von rund 10 % der Versicherungsprämien ist das ein entscheidender Vorteil.
Die Kombination aus digitalen Fortschritten und menschlicher Expertise hebt die Schadensabwicklung auf ein neues Level. Sensordaten und die fachkundige Interpretation durch Sachverständige ergänzen sich perfekt. Ein Beispiel hierfür ist die CUBEE Sachverständigen AG, die durch digitalisierte Prozesse und flexible Bewertungsoptionen schnelle KFZ-Gutachten ermöglicht und IoT-gestützte Schadensmeldungen optimal unterstützt.
FAQs
Wie beschleunigt IoT die Schadensabwicklung bei Versicherungen?
IoT-Sensoren spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Unfälle in Echtzeit zu erkennen. Sie können automatisch wichtige Informationen wie den Standort, die Uhrzeit und Details zum Schaden direkt an die Versicherung übermitteln. Das bedeutet: Die Schadensmeldung wird sofort ausgelöst, und der gesamte Prüf- und Abwicklungsprozess läuft deutlich schneller ab.
Diese automatisierte Datenerfassung sorgt nicht nur für eine präzisere Bearbeitung, sondern erlaubt es Versicherungen auch, schneller zu reagieren. Dadurch sinkt der Verwaltungsaufwand erheblich, und Kunden profitieren von einer deutlich zügigeren Abwicklung ihrer Ansprüche. Das Ergebnis? Ein transparenterer und effizienterer Prozess bei der Schadensregulierung.
Wie unterstützt Künstliche Intelligenz (KI) die schnelle und präzise Schadensbewertung?
Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine beeindruckende Möglichkeit, den Prozess der Schadensbewertung zu optimieren. Sie kann eingereichte Fotos und Textdokumente in Sekundenschnelle analysieren, Schäden identifizieren und direkt eine erste Kostenschätzung liefern. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für präzisere Ergebnisse.
Für Versicherer und Gutachter bedeutet der Einsatz von KI eine deutliche Entlastung. Routineaufgaben, die früher manuell erledigt werden mussten, laufen nun automatisiert ab. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Kunden erhalten schneller Klarheit über die Schadenshöhe und die nächsten Schritte im Prozess. So profitieren alle Beteiligten von einem effizienteren Ablauf.
Wie trägt IoT zur Betrugsprävention in der Versicherungsbranche bei?
IoT-Geräte liefern kontinuierlich genaue Telemetriedaten, darunter Informationen wie Fahrverhalten, Standort oder Umgebungsbedingungen. Diese Daten können in Echtzeit analysiert werden. Mithilfe von KI-Algorithmen lassen sich dabei Abweichungen von typischen Mustern erkennen. Ein Beispiel: Ein plötzliches Aufprallsignal ohne vorherige Risikofaktoren könnte auf eine verdächtige Schadensmeldung hinweisen. Solche Anomalien werden schnell identifiziert, was die Erkennung von Betrugsfällen deutlich verbessert.
Durch die Nutzung von IoT-Daten aus Quellen wie Fahrzeugen, Gebäuden oder Wearables gewinnen Versicherer eine neutrale und objektive Basis, um Ansprüche zu überprüfen. Die automatisierte Analyse dieser Daten beschleunigt die Bearbeitung, sorgt für präzisere Entscheidungen und minimiert finanzielle Verluste. Gleichzeitig sorgt sie für mehr Klarheit und Nachvollziehbarkeit im gesamten Prozess der Betrugsbekämpfung.
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