Der Verkauf eines KFZ-Gutachter-Franchise erfordert eine klare Strategie und gründliche Vorbereitung. Entscheidend sind geordnete Finanzunterlagen, transparente Betriebsprozesse und eine realistische Bewertung des Unternehmenswerts. Käufer legen Wert auf eine funktionierende digitale Infrastruktur, stabile Kundenbeziehungen und zukunftsfähige Marktpositionierung. Folgende Schritte sind essenziell:

  • Finanzunterlagen vorbereiten: Jahresabschlüsse, BWAs, Steuererklärungen und Umsatzprognosen bereinigen und strukturieren.
  • Betriebliche Dokumentation: Prozesse, Verträge, technische Ausstattung und Mitarbeiterqualifikationen vollständig dokumentieren.
  • Marktanalyse: Regionale Nachfrage, Wettbewerb und Wachstumspotenziale untersuchen.
  • Franchise-Verträge prüfen: Übertragungsrechte, Gebühren und Bedingungen mit dem Franchisegeber klären.
  • Käufersuche: Zielgruppe definieren, potenzielle Käufer gezielt ansprechen und Vertraulichkeitsvereinbarungen nutzen.
  • Verhandlungen führen: Den Unternehmenswert realistisch ermitteln und rechtliche Risiken minimieren.

Eine strukturierte Vorbereitung sichert den Verkaufsprozess und erhöht die Chancen auf einen attraktiven Verkaufspreis.

6 Schritte zur Vorbereitung eines KFZ-Gutachter-Franchise auf den Verkauf

6 Schritte zur Vorbereitung eines KFZ-Gutachter-Franchise auf den Verkauf

Schritt 1: Finanzunterlagen systematisch ordnen

Ihre Finanzunterlagen sind das Herzstück jeder Bewertung und spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob potenzielle Käufer Vertrauen in Ihr Franchise aufbauen können. Beginnen Sie mit den wichtigsten Dokumenten: Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWAs) und Steuererklärungen inklusive der dazugehörigen Bescheide. Diese Unterlagen zeigen Umsatzentwicklungen und die Stabilität des Betriebs.

Erweitern Sie diese Basis durch zukunftsorientierte Planungen und digitale Sicherungen. Eine Umsatz- und Ertragsplanung für die nächsten zwei bis drei Jahre ist genauso wichtig wie eine detaillierte Liste aller Anlagegüter – von der Fahrzeugflotte über technische Geräte bis hin zur Büroausstattung. Achten Sie darauf, Ihre BWAs von einmaligen Sonderausgaben oder privaten Kosten zu bereinigen, um ein realistisches Bild der Gewinne zu präsentieren.

Eine klare Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Finanzen ist essenziell. Nutzen Sie separate Geschäftskonten, um Transparenz zu schaffen. Diese Praxis erleichtert nicht nur die Buchhaltung, sondern stärkt auch das Vertrauen potenzieller Käufer. Ziehen Sie frühzeitig einen Steuerberater hinzu, der Ihnen bei der Erstellung der Unterlagen und der Wertermittlung hilft.

Organisieren Sie alle Dokumente in einem strukturierten digitalen Datenraum. Einheitliche Benennungen und Versionierungen helfen dabei, den Überblick zu behalten. Für moderne Bewertungsmethoden wie die Multiplikator-Methode benötigen Sie Umsatz- oder EBIT-Daten aus den letzten zwei Jahren, dem laufenden Jahr sowie Prognosen für die nächsten drei Jahre. Damit können Sie einen „nachhaltigen“ Gewinn berechnen. Wichtig: Detaillierte Unterlagen sollten erst nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) durch den Käufer weitergegeben werden.

Phase Erforderliche Finanzunterlagen Zweck
Bewertung Jahresabschlüsse, BWAs, Kundenlisten Ermittlung des Unternehmenswerts
Verkaufsvorbereitung Umsatz-/Ertragsplanung, Businesspläne Erstellung des Investment Memorandums
Due Diligence Steuererklärungen, Prüfberichte, Verträge, Anlagenlisten Abschließende Prüfung und Risikobewertung

Mit einer gut strukturierten Sammlung dieser Unterlagen schaffen Sie eine solide Grundlage für die Verkaufsplanung.

Finanzberichte zusammenstellen

Neben den geordneten Finanzunterlagen bieten detaillierte Finanzberichte eine tiefere Einsicht in die Geschäftszahlen. Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre sind dabei unverzichtbar. Dazu zählen Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen. Diese Zeitspanne gibt potenziellen Käufern einen Überblick über Trends und die Stabilität des Unternehmens. Ergänzend sollten Steuererklärungen und die entsprechenden Steuerbescheide beigefügt werden, da sie die Prüfung und Akzeptanz der Angaben durch das Finanzamt belegen.

Ein aktueller Betriebsprüfungsbericht kann ebenfalls hilfreich sein. Dieses Dokument bietet eine unabhängige Bestätigung der Finanzzahlen und verringert mögliche Unsicherheiten bei Käufern. Fehlt eine solche externe Verifizierung, könnten Zweifel an der Richtigkeit der Zahlen aufkommen.

Auch Inventarlisten und das Anlageverzeichnis sollten beigefügt werden. Diese Dokumente müssen mit den Bilanzwerten übereinstimmen. Bei einem KFZ-Gutachter-Franchise gehören dazu beispielsweise Fahrzeuge, Messgeräte oder Büroausstattung. Die Übereinstimmung dieser Werte stärkt das Vertrauen potenzieller Käufer.

„Je mehr Informationen Sie über das Unternehmen haben, desto besser können Sie den Kaufpreis verhandeln." – IHK Elbe-Weser

Es ist ratsam, frühzeitig einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer einzubinden. Diese Fachleute unterstützen nicht nur bei der Zusammenstellung der Unterlagen, sondern auch bei der Bereinigung der Zahlen. Außergewöhnliche Einmaleffekte wie Versicherungsauszahlungen oder der Verkauf von Firmenfahrzeugen sollten herausgerechnet werden, um die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens realistisch darzustellen. Ebenso sollte ein kalkulatorischer Unternehmerlohn berücksichtigt werden, damit Käufer ein klares Bild der tatsächlichen Betriebskosten erhalten.

Eine sorgfältige und präzise Aufbereitung der Finanzberichte legt den Grundstein für die nächsten Schritte in der Verkaufsplanung.

Franchise-spezifische Kennzahlen dokumentieren

Nachdem Sie Ihre Finanzunterlagen übersichtlich aufbereitet haben, ist es an der Zeit, franchise-spezifische Leistungsdaten zu erfassen. Diese Daten verdeutlichen den besonderen Wert Ihres Standorts und sind für potenzielle Käufer entscheidend. Neben den Finanzberichten sollten Sie auch Nachweise zu Lizenzgebühren hinzufügen, die sich je nach Standort, Gebiet oder Umsatzpotenzial unterscheiden. Solche Zahlungen über mehrere Jahre hinweg zu dokumentieren, hilft Käufern, die tatsächlichen Nettogewinne nach Abzug der Franchisekosten besser zu verstehen. Diese Informationen sind essenziell, um den regionalen Erfolg und die Marktposition Ihres Franchisebetriebs klar aufzuzeigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dokumentation der Anzahl vorqualifizierter Leads, die über digitale Netzwerke generiert werden. Diese Daten zeigen, wie stabil und verlässlich Ihre Auftragspipeline ist. Moderne Netzwerke, wie das von CUBEE mit über 500 aktiven Experten in Deutschland, übernehmen oft Marketing und Kundenkommunikation. Notieren Sie, wie viel Zeit und Aufwand Sie durch diese Unterstützung einsparen – das kann ein starkes Verkaufsargument sein.

Zusätzlich sollten Sie gebietsspezifische Leistungsdaten wie die Anzahl und Art der erstellten Gutachten pro Jahr erfassen. Segmentieren Sie diese nach Kategorien wie Haftpflichtschäden, Kaskoschäden, Wertgutachten oder Oldtimer-Bewertungen. Beispielsweise beträgt die Gebühr für ein Haftpflichtschaden-Gutachten bei einem Schaden von 1.000 € etwa 364 €, während sie bei einem Schaden von 10.000 € auf etwa 1.074 € steigt. Solche detaillierten Aufschlüsselungen geben Käufern Einblicke in die stabilsten Einnahmequellen und ergänzen die finanziellen Kennzahlen, die den Wert Ihres Betriebs untermauern.

Nutzen Sie digitale Systeme Ihres Franchisegebers, wie DAT oder Audatex, um eine nachvollziehbare Historie Ihrer Gutachten und Umsätze zu erstellen. Dokumentieren Sie außerdem, wie zentrale Abrechnungsprozesse – beispielsweise die Übernahme von Versicherungszahlungen – den Verwaltungsaufwand reduzieren und den Cashflow sichern. Vergessen Sie nicht, alle notwendigen Zertifizierungen aufzunehmen, die für den Betrieb erforderlich sind.

„Je mehr Informationen man über das Unternehmen hat, umso besser kann man über den Kaufpreis verhandeln." – IHK zu Essen

Professionelle Finanzprüfungen einholen

Eine offizielle Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kann potenziellen Käufern das Vertrauen in Ihre Finanzdaten erheblich stärken. Besonders bei KFZ-Gutachter-Franchises, deren Wert eng mit den zukünftigen Erträgen verknüpft ist, ist es für Käufer entscheidend, dass die bisherigen Gewinne klar und nachhaltig dokumentiert sind. Solche Prüfungen schaffen eine objektive Grundlage, die hilft, die oft hohen Preisvorstellungen des Verkäufers mit den realistischen Erwartungen der Käufer abzugleichen. Gleichzeitig spielen sie eine zentrale Rolle, wenn es um die Vertrauensbildung bei Finanzinstituten geht.

Banken sind nur bereit, Finanzierungen zu gewähren, wenn die vorgelegten Finanzdaten transparent und nachvollziehbar sind. Ohne geprüfte Unterlagen ist es nahezu unmöglich, einen realistischen und finanzierbaren Kaufpreis nachzuweisen. Deshalb ist es ratsam, spezialisierte Fachleute wie Steuerberater, Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer hinzuziehen, die sich mit Unternehmensbewertungen und spezifischen Marktbedingungen auskennen. Dabei sollten idealerweise mindestens zwei Bewertungsmethoden – wie das Ertragswertverfahren und die Multiplikatormethode – angewendet werden. Diese Ansätze helfen nicht nur, den Unternehmenswert fundiert zu ermitteln, sondern stärken auch Ihre Verhandlungsposition. Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um Ihre Unterlagen gezielt vor der Prüfung zu optimieren.

„Eine Unternehmensbewertung sollte daher nicht ohne die Einbindung eines erfahrenen Steuer- oder Unternehmensberaters durchgeführt werden." – IHK Berlin

Beginnen Sie frühzeitig damit, Ihre Unterlagen zu professionalisieren. Ziehen Sie die Empfehlungen erfahrener Wirtschaftsprüfer heran, um Ihre Dokumente optimal vorzubereiten. Eine formelle Prüfung sorgt nicht nur für strukturierte und verlässliche Daten, sondern deckt auch mögliche Risikofaktoren auf. Bereinigen Sie Ihre Bilanz im Vorfeld, um unangenehme Überraschungen während der Due-Diligence-Prüfung zu vermeiden und sich als seriöser und professioneller Verkäufer zu präsentieren.

Schritt 2: Betriebliche Dokumentation vervollständigen

Damit potenzielle Käufer verstehen, wie Ihr Franchise im Alltag funktioniert, ist eine sorgfältige Betriebsdokumentation unerlässlich. Sie vermittelt nicht nur Professionalität, sondern beschleunigt auch den Verkaufsprozess erheblich. Ähnlich wie bei den Finanzunterlagen sollte die Dokumentation der Betriebsprozesse vollständig und gut strukturiert sein. Ein sicherer, verschlüsselter Bereich für diese Unterlagen erleichtert die Due-Diligence-Prüfung und schafft Vertrauen in die Arbeitsweise Ihres Unternehmens.

Ein wichtiger Teil dieser Dokumentation ist die Inventarisierung der technischen Ausstattung. Listen Sie alle Geräte auf, die für den täglichen Betrieb notwendig sind, wie beispielsweise 3D-Karosserie-Messsysteme (z. B. SPANESI Touch), Diagnosewerkzeuge, Fahrzeuglifte und Softwarelizenzen für Programme wie DAT oder Audatex, die in der Schadensermittlung unverzichtbar sind. Ergänzen Sie diese Liste mit Wartungsverträgen, Kalibrierungsprotokollen und Garantiezertifikaten. Auch der Zugang zu digitalen Tools, KI-Lösungen und Marketingressourcen des Franchisegebers sollte dokumentiert werden. Diese umfassende Aufstellung sorgt für Transparenz und erleichtert potenziellen Käufern die Einschätzung des Betriebs.

Zusätzlich sollten alle aktiven Verträge übersichtlich zusammengefasst werden. Dazu gehören Miet- oder Leasingverträge für Büroräume oder mobile Container, Lieferantenverträge, Versicherungspolicen und Kooperationsvereinbarungen mit Partnern wie TÜV oder DEKRA. Achten Sie dabei besonders auf „Change of Control"-Klauseln, die durch einen Unternehmensverkauf aktiviert werden könnten, da diese den Verkaufsprozess beeinflussen oder zusätzliche Genehmigungen erfordern können.

Arbeitsverträge, Qualifikationsprofile und Schulungsnachweise – insbesondere für spezielle Zertifizierungen wie EuP oder Hochvoltsysteme – sollten ebenfalls vollständig dokumentiert werden. Nach § 613a BGB gehen alle Arbeitsverhältnisse automatisch auf den Käufer über. Es ist jedoch wichtig, die Mitarbeiter schriftlich über den geplanten Verkauf und dessen rechtliche sowie soziale Folgen zu informieren. Sie haben nach dieser Benachrichtigung ein einmonatiges Widerspruchsrecht gegen den Übergang ihres Arbeitsverhältnisses.

Zum Abschluss sollten Sie das Franchisevertragssystem organisieren. Dazu gehören der Franchisevertrag selbst, das Administrationsmanual mit Prozessvorgaben, standardisierte Abtretungserklärungen für die Direktabrechnung mit Versicherungen sowie Nachweise über lokale SEO-Maßnahmen. Diese Unterlagen zeigen nicht nur, wie das System funktioniert, sondern auch, welche Unterstützung der Käufer erwarten kann. Eine gründliche Dokumentation dieser Art bildet die Grundlage für die nächsten Schritte zur Optimierung des Verkaufs.

Vermögenswerte und Vertragslisten erstellen

Eine detaillierte Liste Ihrer Vermögenswerte und Verträge ist ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Betriebsdokumentation und unverzichtbar für potenzielle Käufer. Diese Inventarliste bildet die Grundlage für den Verkaufsprozess. Erfassen Sie jedes Gerät mit Angaben wie Kaufdatum, Zustand, Wartungshistorie sowie verbleibender Garantie oder Nutzungsdauer. Dazu zählen Hebebühnen, Diagnosewerkzeuge, mobile Geräte und Firmenwagen. Gerade bei einer professionellen KFZ-Gutachter-Ausstattung können die Investitionskosten für Werkstatt- und Büroausstattung leicht in den sechsstelligen Bereich gehen. Um Übersichtlichkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Vermögenswerte in Kategorien wie Karosserie, Lack, Fahrwerk und Diagnosegeräte zu unterteilen. Neben den physischen Gütern sollten auch vertraglich geregelte Vermögenswerte nicht vergessen werden.

Nachdem Sie die physischen Vermögenswerte dokumentiert haben, sollten Sie auch Ihre vertraglichen Assets erfassen. Dazu gehören alle aktiven Kundenverträge, wobei Sie zwischen Einzelaufträgen und langfristigen Partnerschaften mit Autohäusern oder Versicherungen unterscheiden sollten . Ebenfalls wichtig sind vertragliche Softwarelizenzen, etwa für DAT oder Audatex, sowie Servicevereinbarungen mit Werkstätten. Diese digitalen Vermögenswerte geben Aufschluss über die verwendeten Systeme und die damit verbundenen laufenden Kosten.

Zusätzlich zu den materiellen und vertraglichen Assets sollten Sie den rechtlichen Rahmen Ihrer Vermögenswerte dokumentieren. Sorgen Sie dafür, dass Eigentumsnachweise, Betriebsgenehmigungen und Sicherheitszertifikate für alle Vermögenswerte vorliegen – beispielsweise TÜV-Berichte für Fahrzeuge Ihrer Firmenflotte . Überprüfen Sie außerdem Miet- und Leasingverträge für Container-Standorte oder Büroräume, um sicherzustellen, dass diese auf den Käufer übertragbar sind.

„Der Substanzwert kann durch Schätzung der summierten Verkaufswerte einzelner Unternehmensbestandteile abgeleitet werden." – IHK Elbe Weser

Die Substanzwertmethode bietet eine Möglichkeit, den Wiederbeschaffungswert aller Vermögenswerte im aktuellen Zustand zu berechnen. Um die Werte und potenziellen Risiken Ihrer Inventarliste abzusichern, ist es ratsam, Experten wie Steuerberater oder technische Prüfer hinzuzuziehen. Eine gründliche Due-Diligence-Prüfung schafft Vertrauen und ermöglicht es dem Käufer, realistische Prognosen für Umsatz und Gewinn in den nächsten drei bis fünf Jahren zu erstellen.

Mitarbeiter- und Zertifizierungsunterlagen vorbereiten

Neben den strukturierten Finanz- und Betriebsdokumenten spielen die Qualifikationen Ihres Teams eine entscheidende Rolle für den Wert Ihres Franchise. Beginnen Sie damit, alle Arbeits- und Geschäftsführerverträge zusammenzustellen. Diese Dokumente geben dem Käufer einen klaren Überblick über die Personalstruktur. Nach § 613a BGB übernimmt der Käufer in der Regel die Rechte und Pflichten aus bestehenden Arbeitsverhältnissen. Eine sorgfältige Dokumentation sorgt hier für Rechtssicherheit. Erfassen Sie außerdem die fachlichen Qualifikationen Ihrer Gutachter, da diese das Herzstück Ihres Franchise darstellen.

Die fachlichen Qualifikationen Ihres Teams unterstreichen den Wert Ihres Unternehmens. Sammeln Sie Nachweise für technische Ausbildungen wie Meisterbriefe in Bereichen wie KFZ-Mechatronik, Karosseriebau oder Fahrzeuglackierung sowie Ingenieurabschlüsse. Ergänzen Sie diese durch Branchenzertifikate von Organisationen wie TÜV, DEKRA oder dem Deutschen Gutachter- und Sachverständigenverband (DGSV). Besonders wichtig sind spezialisierte Qualifikationen wie die „Elektrotechnisch unterwiesene Person" (EuP), die für die Begutachtung von Elektro- und Hybridfahrzeugen notwendig ist – ein Bereich, der durch die Mobilitätswende immer relevanter wird.

Vergessen Sie nicht, die Softwarelizenzen für wichtige Kalkulationssysteme wie DAT oder Audatex zu dokumentieren. Fügen Sie Kaufverträge und Wartungsvereinbarungen bei und prüfen Sie, ob diese auf den Käufer übertragbar sind. Falls Mitarbeiter als „öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige" tätig sind, ist dies ebenfalls hervorzuheben. Dieser Status ist für gerichtsverwertbare Gutachten erforderlich und steigert den Marktwert Ihres Franchise erheblich.

Erstellen Sie eine Qualifikationsmatrix, die den Namen der Mitarbeiter, ihre Kernqualifikationen, Spezialisierungen und das Datum der letzten Fortbildung enthält. Ergänzen Sie diese Matrix um Nachweise über Fortbildungen, wie beispielsweise aktuelle Workshops und Seminare, die belegen, dass Ihr Team mit den neuesten technologischen und rechtlichen Entwicklungen Schritt hält. Fügen Sie außerdem Dokumente wie Nachweise der Berufshaftpflichtversicherung und Gewerbeanmeldungen hinzu, da diese für die Anerkennung durch Versicherungen und Gerichte entscheidend sind.

Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ist die DSGVO-Konformität unbedingt einzuhalten. Nutzen Sie verschlüsselte Speichersysteme und sichere Übertragungswege. In den frühen Phasen der Due-Diligence-Prüfung können sensible Personaldaten zunächst anonymisiert werden. Erst in späteren Verhandlungsphasen sollten diese vollständig offengelegt werden, um die Vertraulichkeit zu wahren und rechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Franchise-Verträge organisieren

Der Franchise-Vertrag ist das rechtliche Rückgrat Ihres Unternehmens und eines der entscheidenden Dokumente für potenzielle Käufer. Beginnen Sie mit der Erstellung des Hauptvertrags und halten Sie wichtige Details wie verbleibende Laufzeiten, Verlängerungsoptionen und Eintrittsgebühren fest. In Deutschland liegt die übliche Mindestlaufzeit bei fünf Jahren.

Überprüfen Sie frühzeitig Klauseln wie Change of Control, Vorkaufsrechte und Vetorechte des Franchisegebers. Werden diese Punkte nicht rechtzeitig geklärt, kann der Verkaufsprozess ins Stocken geraten. Das Institut Unternehmensverkauf bringt es treffend auf den Punkt:

„Die Menge an Informationen, die potenzielle Käufer über Ihr Unternehmen erhalten, nimmt im Laufe des Verkaufsprozesses zu".

Neben den finanziellen und operativen Unterlagen ist es entscheidend, alle Franchise-Verträge vollständig zu erfassen. Dazu gehören auch Nebenvereinbarungen, Änderungsverträge und Nachträge. Dokumentieren Sie zudem bestehende Wettbewerbsverbote und Gebietsschutzrechte, da diese die Marktbedingungen für den Käufer maßgeblich beeinflussen. Ergänzen Sie die Unterlagen um Informationen zu laufenden Verpflichtungen wie Marketingbeiträgen, Schulungen und Qualitätsstandards. Diese Transparenz stärkt das Vertrauen und erleichtert die Due-Diligence-Phase.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Haftungsregelungen nach § 25 HGB: Führt der Käufer Ihren Firmennamen weiter, haftet er für bestehende Verbindlichkeiten, es sei denn, ein Haftungsausschluss wurde im Handelsregister eingetragen. Klären Sie diese Frage im Vorfeld und ziehen Sie eine interne Freistellungsvereinbarung mit dem Käufer in Betracht.

Auch die Mitarbeiterinformation nach § 613a BGB darf nicht vergessen werden. Sie und der Franchisegeber müssen jeden betroffenen Mitarbeiter schriftlich über den geplanten Übergang informieren. Bereiten Sie hierfür alle notwendigen Dokumente vor.

Um den Verkaufsprozess reibungslos zu gestalten, sollten alle Vertragsunterlagen in einem digital strukturierten Datenraum gespeichert werden. So haben alle Beteiligten jederzeit Zugriff auf die relevanten Informationen, was den Übergang deutlich erleichtert.

Schritt 3: Markt- und Wettbewerbsanalyse durchführen

Eine gründliche Marktanalyse hilft potenziellen Käufern zu verstehen, welches Potenzial in Ihrem Franchise-Gebiet steckt. Starten Sie damit, Ihre Kundendatenbank zu analysieren. So können Sie regionale Schwerpunkte und Hauptkundengruppen wie Privatpersonen, Versicherungen, Autohäuser oder Werkstätten identifizieren. Gleichzeitig lassen sich wiederkehrende Umsatzquellen dokumentieren . Danach sollten Sie bewerten, wie sich Ihr Angebot gegenüber anderen Marktteilnehmern positioniert.

Der Standort spielt eine Schlüsselrolle für den Erfolg. Überprüfen Sie daher die lokale Infrastruktur: Wie gut ist die Anbindung an Autohäuser und Reparaturwerkstätten? Diese Partner sind oft die wichtigsten Auftraggeber für Gutachten . Es ist auch wichtig zu klären, ob lokale Werkstätten bereits exklusive Vereinbarungen mit anderen Gutachtern haben. Solche Absprachen können sowohl eine Herausforderung als auch eine Gelegenheit darstellen.

Ein weiterer Punkt ist die Analyse der Fahrzeugdemografie in Ihrer Region. Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) liegt das durchschnittliche Alter der Pkw-Flotte in Deutschland bei über zehn Jahren. Moderne Fahrzeuge erreichen Laufleistungen von 150.000 bis 200.000 Kilometern oder mehr. Regionen mit älteren Fahrzeugen oder einer hohen Dichte an wertvollen Fahrzeugen könnten eine stärkere Nachfrage nach technischen Zustandsgutachten und Wertermittlungen aufweisen.

Auch die Wettbewerbssituation sollte genau untersucht werden. Welche Dienstleistungen bieten lokale Konkurrenten an? Gibt es Angebotslücken, etwa bei speziellen Bewertungen wie Oldtimern, E-Mobilität oder Leasingrückläufern? . Dokumentieren Sie, wie sich Ihr Franchise durch schnellere digitale Prozesse, KI-gestützte Software oder eine etablierte Marke vom Wettbewerb abhebt . Nutzen Sie zudem Branchenkennzahlen, um die Leistung Ihres Franchise mit dem bundesweiten Durchschnitt zu vergleichen.

Behalten Sie auch geplante Infrastrukturprojekte oder neue Gewerbeansiedelungen im Blick. Informationen dazu erhalten Sie bei der örtlichen Baubehörde. Neue Gewerbegebiete oder steigende Fahrzeugzulassungen könnten die Nachfrage nach Gutachten in Zukunft deutlich erhöhen. Diese Markt- und Wettbewerbsanalyse ist ein entscheidender Schritt, um Ihr Franchise gezielt an die passenden Käufer zu vermarkten.

Lokale Marktnachfrage bewerten

Die Nachfrage nach Gutachterleistungen unterscheidet sich je nach Region erheblich. Ein guter Ausgangspunkt ist die Analyse von Unfallstatistiken in Ihrem Gebiet. In Deutschland passieren jährlich über 2 Millionen Verkehrsunfälle. Besonders relevant sind dabei solche, bei denen die Schäden die Bagatellgrenze von 750 bis 1.000 Euro übersteigen. In diesen Fällen haben Geschädigte Anspruch auf einen unabhängigen Gutachter, dessen Kosten von der gegnerischen Versicherung getragen werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Verkehrsinfrastruktur in Ihrem Franchise-Gebiet. Regionen in der Nähe stark frequentierter Autobahnen wie der A40 oder A59 weisen in der Regel mehr Unfälle auf, was zu einer höheren Nachfrage nach Schadensbewertungen führt. Offizielle Verkehrsberichte der Polizei oder kommunale Statistiken können Ihnen helfen, Unfallschwerpunkte in Ihrer Region zu identifizieren. Diese Daten bilden die Grundlage für eine fundierte Einschätzung des Marktpotenzials.

Neben den Verkehrsbedingungen spielt auch der Fahrzeugbestand eine zentrale Rolle. Für Wertgutachten lohnt sich ein Blick auf den lokalen Gebrauchtwagenmarkt. In Deutschland liegt das durchschnittliche Fahrzeugalter mittlerweile bei über zehn Jahren, und moderne Fahrzeuge erreichen Laufleistungen zwischen 150.000 und 200.000 Kilometern. Gebiete mit einem höheren Anteil älterer Fahrzeuge zeigen oft eine größere Nachfrage nach Gutachten, beispielsweise für Verkaufs- oder Versicherungszwecke.

Auch bei Oldtimer-Bewertungen ist eine gezielte Analyse sinnvoll. Prüfen Sie die regionalen Zulassungszahlen für H-Kennzeichen, um das Potenzial in diesem Bereich abzuschätzen. Die Präsenz von Oldtimer-Clubs oder spezialisierten Händlern kann ein zusätzlicher Hinweis auf einen bestehenden Markt für solche Gutachten sein. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Gutachten für Elektrofahrzeuge, insbesondere bei Marken wie Tesla. Hier sind spezielle Zertifizierungen, wie die EuP (Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten), ein wichtiges Verkaufsargument. Diese vielfältigen Marktfelder zeigen, wie differenziert die Nachfrage in Ihrem Gebiet sein kann, und ermöglichen eine präzise Bewertung der lokalen Marktchancen.

Dienstleistung Hauptnachfragetreiber Methode
Schadensbewertung Verkehrsunfälle > 750–1.000 € Schaden Regionale Unfallstatistiken & Verkehrsdichte
Wertgutachten Fahrzeugverkauf, Erbschaft, Steuer, Versicherung Aktivität des lokalen Gebrauchtwagenmarkts
Oldtimer-Bewertung H-Kennzeichen-Anträge, Oldtimer-Versicherungen Regionale H-Kennzeichen-Daten & Clubpräsenz

Gebietswert und Wachstumspotenzial analysieren

Der Wert eines Franchise-Gebiets hängt stark von den zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten ab. Ein erster Schritt ist der Kontakt zum örtlichen Bauamt, um geplante Infrastrukturprojekte oder städtebauliche Maßnahmen zu recherchieren. Entwicklungen wie neue Wohn- und Gewerbegebiete oder der Ausbau von Autobahnen können den Standort attraktiver machen. Solche Informationen sollten sorgfältig dokumentiert werden, da sie die Grundlage für weitere Analysen bilden. Anschließend ist es wichtig, die Wettbewerbssituation zu bewerten und deren Einfluss auf das Wachstumspotenzial Ihres Gebiets einzuschätzen.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Wettbewerbssituation. In Deutschland gibt es beispielsweise rund 6.000 freie KFZ-Gutachter. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Konkurrenz in Ihrem Einzugsgebiet und analysieren Sie, was Ihr Franchise besonders macht. Spezialisierungen wie 3D-Karosseriemessung, Brandursachenermittlung oder EuP-Zertifizierungen für Elektrofahrzeuge können Ihnen einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Solche Spezialisierungen können nicht nur höhere Bewertungen rechtfertigen, sondern auch Ihre Position im Markt stärken.

Auch Ihr Serviceportfolio spielt eine zentrale Rolle für das Wachstumspotenzial. Listen Sie sämtliche angebotenen Leistungen auf, wie Unfallgutachten, Oldtimer-Bewertungen, Leasingrückgabe-Checks oder Batteriezustandsprüfungen (SOH) für Elektroautos. Ein breites Angebot spricht eine größere Zielgruppe an und hilft, saisonale Schwankungen abzufedern. So steigt beispielsweise die Nachfrage nach Cabrios im Frühjahr, während SUVs im Herbst gefragt sind.

Der Einsatz moderner Technologien, wie KI-gestützter Gutachtersoftware, kann ebenfalls einen großen Unterschied machen. Diese Tools erhöhen die Effizienz und erweitern Ihre Reichweite. Dokumentieren Sie diese technologischen Vorteile, da sie für technikaffine Käufer oft ein ausschlaggebendes Argument sind. Schließlich sollten Sie Ihre Kennzahlen mit branchenspezifischen Benchmarks vergleichen, um sowohl Ihre Marktposition als auch ungenutztes Wachstumspotenzial aufzuzeigen.

Franchise-Stärken hervorheben

Die Alleinstellungsmerkmale Ihres Franchise-Systems sind das Herzstück einer überzeugenden Präsentation. Präsentieren Sie Ihr Franchise als ein einsatzbereites Geschäftsmodell, das sofort funktioniert. Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus Container-Standorten und mobilen Diensten, die zusammen eine umfassende Abdeckung ermöglichen. Container-Standorte bieten oft geringere Betriebskosten im Vergleich zu klassischen Bürogebäuden, während sie gleichzeitig als professionelle Anlaufstellen für Kunden dienen. Ergänzend dazu ermöglicht der mobile Service, dass Gutachter direkt zu Werkstätten oder Unfallorten fahren – ein unschätzbarer Vorteil, besonders wenn Fahrzeuge nicht mehr fahrbereit sind. Neben diesen praktischen Vorteilen spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle, um die Abläufe noch effizienter zu gestalten.

Die digitale Infrastruktur Ihres Franchise-Modells ist ein weiterer entscheidender Faktor. Moderne Systeme setzen auf Cloud-Technologie, die den gesamten Prozess – von der digitalen Schadensmeldung bis hin zum fertigen Gutachten – abdeckt. Mithilfe intelligenter Algorithmen werden Aufträge automatisch an die am besten qualifizierten Gutachter in der jeweiligen Region verteilt. Dies reduziert Wartezeiten und erhöht die Bearbeitungskapazität. Branchenangaben zufolge koordinieren digitale Netzwerke bereits mehr als 500 aktive Gutachter deutschlandweit.

Zusätzlich zu diesen physischen und digitalen Vorteilen stärkt eine effiziente zentrale Verwaltung Ihr Franchise-System. Während sich die Franchise-Nehmer auf die fachliche Begutachtung konzentrieren können, übernimmt die Zentrale Aufgaben wie die Vorselektion von Aufträgen und die Abrechnung mit Versicherungen. Das reduziert den administrativen Aufwand erheblich und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Diese zentrale Unterstützung ergänzt perfekt das hybride Servicemodell, das im nächsten Schritt erläutert wird.

Das hybride Servicemodell kombiniert stationäre Begutachtungszentren mit mobilen Einsätzen, um die regionale Reichweite zu maximieren. Kunden profitieren von einem erprobten System mit einer 24/7-Verfügbarkeit für Schadensmeldungen. Um die Effizienz Ihres Systems noch überzeugender darzustellen und den Verkaufspreis zu rechtfertigen, sollten Sie konkrete Zahlen zu Auftragseingängen und Bearbeitungszeiten hinzufügen.

Schritt 4: Franchise-Verträge prüfen und übertragen

Nachdem Sie die finanziellen und betrieblichen Unterlagen sorgfältig analysiert haben, ist es an der Zeit, sich den vertraglichen Details des Franchise-Verkaufs zu widmen. Eine gründliche Prüfung aller bestehenden Vereinbarungen ist entscheidend, bevor Sie potenziellen Käufern Ihr Angebot präsentieren. Dazu gehören der Hauptfranchisevertrag, Mietverträge für Standorte wie Containerflächen und Wartungsverträge für technische Geräte, etwa 3D-Karosserie-Messsysteme. Viele Franchisegeber setzen eine ausdrückliche Zustimmung voraus, bevor ein Vertrag auf einen neuen Inhaber übertragen werden kann. Werfen Sie daher frühzeitig einen Blick in das Verwaltungshandbuch Ihres Franchisegebers. Dort sind in der Regel die Prozesse und Richtlinien für den Verkauf einer Franchise-Niederlassung klar beschrieben. Halten Sie diese Informationen stets auf dem neuesten Stand, um gut vorbereitet zu sein.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die rechtliche Absicherung. Besonders wichtig ist die Haftung für Altschulden: Führt der Käufer den bisherigen Firmennamen weiter, haftet er laut § 25 HGB für die bestehenden Geschäftsschulden des Vorgängers. Dies kann jedoch durch einen Haftungsausschluss vermieden werden, der ins Handelsregister eingetragen werden muss. Eine solche Eintragung bietet dem Käufer Schutz und erleichtert die Verhandlungen. Ansprüche gegen den Verkäufer verjähren in der Regel fünf Jahre nach der Eintragung der Übertragung ins Handelsregister.

Auch der Übergang bestehender Arbeitsverhältnisse ist ein wichtiger Punkt. Nach § 613a BGB übernimmt der Käufer automatisch die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Arbeitsverträgen. Kündigungen, die ausschließlich aufgrund der Betriebsübernahme ausgesprochen werden, sind rechtlich unwirksam. Sie sind verpflichtet, alle Mitarbeiter schriftlich über den geplanten Übergang, die Gründe dafür sowie die rechtlichen und sozialen Folgen zu informieren. Den Mitarbeitern steht dann ein Monat zu, um dem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses zu widersprechen.

Für die digitale Übergabe sollten Sie alle relevanten Verträge, Steuerdokumente und Zertifizierungen in einem sicheren digitalen Datenraum organisieren. Überprüfen Sie außerdem Software- und Leasingverträge, insbesondere für Kalkulationssysteme wie DAT oder Audatex, auf sogenannte „Change of Control“-Klauseln. Ein Letter of Intent (LOI) kann dabei helfen, wesentliche Verhandlungsergebnisse wie den Kaufpreis und die Übergabebedingungen vorab festzuhalten, bevor der endgültige Kaufvertrag unterzeichnet wird. Mit diesen Maßnahmen schaffen Sie eine solide rechtliche Grundlage für den weiteren Verkaufsprozess.

Übertragungsbedingungen verstehen

Nachdem Sie die vertraglichen Grundlagen geprüft haben, ist es entscheidend, die spezifischen Übertragungsbedingungen zu analysieren. Franchise-Verträge kombinieren Lizenzen, Know-how und Handelsbeziehungen, sind aber rechtlich nicht eindeutig definiert. Daher können die Übertragungsbedingungen von Fall zu Fall stark variieren. Diese Bedingungen gehen über die grundlegenden Vertragsprüfungen hinaus und geben Ihnen einen detaillierten Einblick in den Verkaufsprozess.

Ein besonders wichtiger Punkt sind die Wettbewerbsverbote. Sie schützen das Know-how des Systems und verhindern, dass nach dem Verkauf eine direkte Konkurrenz entsteht. Achten Sie dabei genau auf die Dauer, die geografischen Einschränkungen und mögliche Vertragsstrafen.

Ebenso wichtig ist die Vertragslaufzeit. Laut der IHK Elbe Weser sollte diese mindestens fünf Jahre betragen, damit die Investition des Käufers sinnvoll abgesichert ist. Bei Vertragsverlängerungen sollten keine zusätzlichen Eintrittsgebühren anfallen. Außerdem sollte das Vertragsgebiet klar definiert sein, um spätere Streitigkeiten über Wettbewerbsfragen zu vermeiden.

Während der Übergangsphase sollte die Franchise-Zentrale ein umfassendes Unterstützungspaket bereitstellen. Dazu gehören unter anderem Marketingmaßnahmen, spezialisierte Software für Gutachten und Schulungsangebote. Ein etablierter Markenname kann in dieser Phase wie ein „Turbo“ wirken, insbesondere bei Verhandlungen mit Banken, Versicherungen und Geschäftspartnern. Darüber hinaus empfiehlt es sich, eine Übergangszeit von 3 bis 12 Monaten einzuplanen, in der Sie den neuen Inhaber beraten. Diese Zeit dient dazu, Ihr Know-how und wichtige Kontakte weiterzugeben, was den Übergang erheblich erleichtert.

Digitale Systeme für die Übergabe vorbereiten

Neben den physischen und vertraglichen Übergaben spielt auch die digitale Infrastruktur eine zentrale Rolle. Die digitalen Systeme Ihres KFZ-Gutachter-Franchise bilden das Rückgrat Ihres Betriebsalltags. Eine gründliche Vorbereitung dieser Systeme ist entscheidend, um dem Käufer einen reibungslosen Start zu ermöglichen.

Beginnen Sie mit einer detaillierten Bestandsaufnahme aller genutzten digitalen Tools. Dazu gehören beispielsweise Gutachten-Software, Cloud-Speicher, Kommunikationsplattformen und Buchhaltungsprogramme. Überprüfen Sie alle Benutzerkonten, entfernen Sie nicht mehr genutzte Zugänge und erstellen Sie eine übersichtliche Liste mit sämtlichen Tools, Zugangsdaten, Abonnementdetails und Verlängerungsterminen. Stellen Sie zudem sicher, dass alle Passwörter aktuell und sicher sind.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einhaltung der DSGVO-Vorgaben bei der Übergabe. Dazu gehört die Verschlüsselung sämtlicher Daten (Art. 32 DSGVO), die Aktualisierung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO) sowie der Abschluss von Vertraulichkeitsvereinbarungen mit dem Käufer (Art. 28/29 DSGVO). Legen Sie außerdem ein Löschkonzept vor (Art. 17 DSGVO), um den datenschutzkonformen Umgang mit sensiblen Informationen zu gewährleisten.

Dokumentieren Sie die wichtigsten Prozesse, wie die Erstellung von Gutachten, die Verwaltung von Kundendaten und die Rechnungsstellung. Diese Unterlagen helfen dabei, den Geschäftsbetrieb nach der Übergabe ohne Unterbrechungen fortzuführen. Klären Sie außerdem im Vorfeld mit Ihrem Franchisegeber, welche zentralen Systeme automatisch übertragen werden und welche Sie selbstständig übergeben müssen.

Um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen, sollten Sie dem Käufer einen Testzugang einrichten. So kann die Funktionsfähigkeit aller Systeme bereits vor der endgültigen Übergabe geprüft werden. Idealerweise findet diese Testphase während der Übergangszeit von 3 bis 12 Monaten statt. Eine gut vorbereitete digitale Übergabe stärkt das Vertrauen des Käufers und erleichtert den gesamten Verkaufsprozess.

Schritt 5: Betrieb optimieren und auf Due Diligence vorbereiten

Bevor potenzielle Käufer Ihr Franchise unter die Lupe nehmen, sollten Sie sicherstellen, dass alle operativen Schwachstellen beseitigt sind. Dazu gehören ungelöste Konflikte mit Mitarbeitern, offene rechtliche Fragen oder ungünstige Vertragskonditionen mit Vermietern und Lieferanten. Solche Probleme können Käufer abschrecken, den Verkaufsprozess verzögern oder den Verkaufspreis negativ beeinflussen. Die Bereinigung dieser Punkte bildet die Grundlage für eine fundierte SWOT-Analyse.

Eine gut ausgearbeitete SWOT-Analyse, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken klar darstellt, hilft Ihnen, kritische Fragen vorab zu klären. Damit verhindern Sie, dass Käufer Schwächen als Druckmittel in Verhandlungen nutzen. Gleichzeitig sollten Sie Ihr Dienstleistungsportfolio überprüfen: Verlagern Sie Ressourcen von margenschwachen Bereichen hin zu profitableren Leistungen, um kurzfristig die Rentabilität zu steigern.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualitätssicherung Ihrer Gutachten. Überprüfen Sie stichprobenartig Akten, um sicherzustellen, dass alle Angaben – wie FIN, Modell, Kilometerstand und Schadensbeurteilung – korrekt sind. Alle Gutachten müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, wie beispielsweise der DIN-Norm 7570 in Deutschland. Zudem sollten vollständige Wartungsprotokolle, Unfallberichte und Zertifizierungen vorliegen, da diese Dokumente für Käufer entscheidend sind, um die Qualität Ihres Betriebs zu bewerten. Eine lückenlose Dokumentation der Datenqualität erleichtert nicht nur die Übergabe, sondern verbessert auch Ihre Kennzahlen.

Erstellen Sie ein Notfallhandbuch, das alle wichtigen Prozesse, Kontakte und rechtlichen Fristen umfasst. Dieses Handbuch zeigt Käufern, dass Ihr Betrieb auch ohne Ihre persönliche Anwesenheit reibungslos funktioniert. Gleichzeitig sollten Sie unnötige Ausgaben minimieren, um das EBITDA zu steigern und den Unternehmenswert zu erhöhen. Abschließend ist es wichtig, eine realistische 3-Jahres-Prognose vorzulegen. Verfehlte Ziele während des Verkaufsprozesses könnten das Vertrauen der Käufer gefährden.

Betriebliche Probleme beheben

Sobald die finanziellen und betrieblichen Unterlagen fertiggestellt sind, ist es an der Zeit, mögliche operative Schwachstellen aktiv anzugehen. Eine simulierte Due Diligence kann dabei helfen, potenzielle Risiken in den Bereichen Wirtschaft, Recht und Steuern aufzudecken – und zwar bevor potenzielle Käufer darauf stoßen. Dinge wie veraltete Software, laufende Rechtsstreitigkeiten oder fehlende Zertifizierungen können den Verkaufsprozess unnötig verzögern und den Unternehmenswert schmälern. Auch die vertraglichen Rahmenbedingungen sollten gründlich geprüft werden, um böse Überraschungen auszuschließen.

Es ist wichtig, sicherzustellen, dass alle arbeitsrechtlichen Übergangsregelungen klar und vollständig kommuniziert wurden. Problematische Verträge oder ungünstige Vereinbarungen mit Großkunden sollten vor dem Verkauf überprüft und, wenn möglich, angepasst werden, um eine Wertminderung zu verhindern. Vor der Weitergabe sensibler Informationen sollten zudem Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) unterzeichnet sein.

Ein genauer Blick auf Lieferanten- und Dienstleistungsverträge ist ebenfalls entscheidend. Achten Sie auf sogenannte „Change of Control“-Klauseln, die den Übergang auf einen neuen Eigentümer beeinflussen könnten. Wartungsverträge, Garantien und Betriebsgenehmigungen – etwa für technische Anlagen oder die Fahrzeugflotte – müssen aktuell und vollständig dokumentiert sein. Ebenso sollten Logos, Marken und Domains rechtlich geschützt sein, um Streitigkeiten über Markenrechte zu vermeiden.

Falls Ihr Unternehmen physische Standorte unterhält, prüfen Sie unbedingt, ob ungelöste Umweltprobleme (Altlasten) oder baurechtliche Mängel vorliegen. Solche Punkte können in der Besichtigungsphase schnell zu Ausschlusskriterien werden. Möchten Sie den Firmennamen nach dem Verkauf weiter nutzen, sollten Sie im Handelsregister einen Haftungsausschluss für Altschulden eintragen lassen oder interne Freistellungsvereinbarungen nutzen, um den Käufer abzusichern.

Vorbereitung auf Käuferbesichtigungen

Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend, wenn potenzielle Käufer Ihr Unternehmen besichtigen. Eine strukturierte Checkliste hilft dabei, alle relevanten Punkte abzudecken. Käufer legen besonderen Wert auf Leistungskennzahlen. Dazu zählen etwa die Anzahl der monatlich erstellten Gutachten. Ein guter Richtwert sind 15 Gutachten pro Monat mit einem durchschnittlichen Honorar von 600 €, was einem monatlichen Umsatz von etwa 9.000 € entspricht. Ebenso wichtig sind die Bearbeitungszeiten: Standardberichte sollten innerhalb von 24 bis 48 Stunden fertiggestellt werden, während Besichtigungen in der Regel 30 bis 60 Minuten dauern. Diese Daten bilden die Grundlage, um die Effizienz Ihres Betriebs darzustellen.

Ein weiterer Punkt ist die Serviceverteilung. Zeigen Sie, wie sich Ihre Aufträge auf Haftpflicht-, Kasko- und Wertgutachten verteilen. Besonders interessant für Käufer sind Fälle, die die Bagatellschadensgrenze von 750 bis 1.000 € überschreiten, da in diesen Fällen die gegnerische Versicherung die Gutachterkosten übernimmt. Zusätzlich sollten Sie aufzeigen, wie viele Leads durch den Franchisegeber vorqualifiziert werden und wie viele durch Ihr lokales Marketing oder eine 24-Stunden-Notfallhotline generiert werden.

Ein zentraler Aspekt ist die Kundenzufriedenheit. Nutzen Sie Plattformen wie ProvenExpert, um Ihre Bewertungen zu präsentieren. Beispielsweise könnten 4,9 von 5 Sternen bei über 500 verifizierten Bewertungen ein starkes Argument sein. Achten Sie darauf, dass Ihre Bewertungen den „Verifizierter Kunde“-Status tragen, um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Heben Sie positive Rückmeldungen hervor, etwa zu detaillierten Berichten, einem freundlichen Kundenservice und einer schnellen Abwicklung.

Auch Ihre digitalen Systeme sollten für eine reibungslose Übergabe vorbereitet sein. Falls Ihr Franchise Teil eines größeren Netzwerks ist, dokumentieren Sie die Vorteile wie zentralisierte Abrechnungsprozesse. Prüfen Sie, ob alle TÜV-Zertifizierungen und professionellen Qualifikationen aktuell und vollständig dokumentiert sind. So schaffen Sie nicht nur einen störungsfreien Übergang, sondern unterstreichen auch die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Schritt 6: Käufer gewinnen und Verkaufsprozess starten

Franchisewert berechnen

Um einen realistischen Verkaufspreis zu ermitteln, sollten Sie mindestens zwei verschiedene Bewertungsmethoden anwenden. So erhalten Sie eine Preisspanne, anstatt sich auf eine einzige Zahl festzulegen. Die Ertragswertmethode ist besonders geeignet für dienstleistungsorientierte Unternehmen wie KFZ-Gutachter-Franchises, da potenzielle Käufer vor allem an den zukünftigen Gewinnen interessiert sind. Ergänzend dazu bietet die Substanzwertmethode eine Untergrenze, indem sie den Wert aller physischen Vermögenswerte – wie Ausstattung, Büroinventar und Fuhrpark – abzüglich der Verbindlichkeiten berechnet.

Eine weitere Methode ist das Multiplikatorverfahren. Dabei wird das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) mit einem Faktor zwischen 5,0 und 7,0 multipliziert. Um ein realistisches Ergebnis zu erhalten, sollten Sie außergewöhnliche Einnahmen oder Ausgaben bereinigen und einen kalkulatorischen Unternehmerlohn berücksichtigen. Für eine erste Orientierung können Sie Online-Tools wie den „UWD Rechner“ oder „KMUVALUE“ nutzen, bevor Sie sich an einen professionellen Berater wenden.

Sobald der Wert Ihres Franchiseunternehmens feststeht, sollten Sie eine gezielte Marketingstrategie entwickeln, um qualifizierte Käufer anzusprechen.

Qualifizierte Käufer ansprechen

Der Verkaufsprozess beginnt mit einem anonymisierten Teaser, der nur grundlegende Informationen wie Branche, ungefähre Lage und wichtige Kennzahlen enthält. Erst nachdem potenzielle Interessenten eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) unterzeichnet haben, stellen Sie ein detailliertes Investment Memorandum bereit. Dieses sollte ein umfassendes Unternehmensprofil, Alleinstellungsmerkmale und Informationen zu Wachstumsmöglichkeiten enthalten.

Heben Sie die besonderen Stärken Ihres KFZ-Gutachter-Franchise hervor. Dazu könnten beispielsweise digitale Tools, KI-gestützte Gutachtensoftware oder ein bereits etablierter Markenname zählen. Bevor Sie in tiefere Verhandlungen einsteigen, prüfen Sie die finanzielle Lage und die unternehmerischen Fähigkeiten der Interessenten. Um Ihre Verhandlungsposition zu stärken und die Sicherheit der Transaktion zu erhöhen, sollten Sie parallel mit mehreren potenziellen Käufern verhandeln.

Verhandlungen mit Franchisegeber-Zustimmung führen

In den meisten Fällen hat der Franchisegeber ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Käufers. Achten Sie darauf, dass die Interessenten die Anforderungen des Franchise-Systems erfüllen, wie etwa technische Fachkenntnisse oder einen Ingenieurabschluss für bestimmte Gutachterrollen. Ein Letter of Intent (LoI) kann Zwischenergebnisse der Verhandlungen festhalten und einen Rahmen für den finalen Vertrag schaffen, auch wenn er rechtlich oft nicht bindend ist.

Nach § 25 HGB kann ein Käufer, der den Firmennamen weiterführt, für bestehende Schulden haften. Daher sollte ein Haftungsausschluss verhandelt und im Handelsregister eingetragen werden. Ziehen Sie spezialisierte Anwälte und Steuerberater hinzu, um den Kaufvertrag zu erstellen. Dabei sind insbesondere Klauseln zu Garantien, Haftungsausschlüssen und steuerlichen Aspekten wichtig. Nutzen Sie auch die „Sprechtage Unternehmensbewertung“ der IHK, um vor den Verhandlungen professionelle Einschätzungen zum Unternehmenswert einzuholen.

Mit diesen Schritten schaffen Sie eine solide Grundlage für einen erfolgreichen Verkauf Ihres Franchiseunternehmens.

Franchisewert berechnen

Um den Wert Ihres KFZ-Gutachter-Franchise realistisch einzuschätzen, empfiehlt es sich, mindestens zwei Bewertungsmethoden zu kombinieren. So erhalten Sie eine Preisspanne, die Ihnen mehr Flexibilität bei Verhandlungen bietet.

Die Ertragswertmethode eignet sich besonders für Dienstleistungsunternehmen, da Käufer vor allem an den zukünftigen Gewinnen interessiert sind. Dabei wird der bereinigte Gewinn durch einen Kapitalisierungszinssatz geteilt. Dieser setzt sich aus einem Basiszinssatz (z. B. 2,32 %) und einem Risikozuschlag zusammen. Für kleine und mittlere Unternehmen liegt der Risikozuschlag typischerweise zwischen 5 % und 20 %. Faktoren wie die Abhängigkeit vom Inhaber oder die Stabilität der Kundenbasis beeinflussen die Höhe des Zuschlags.

Das Multiplikatorverfahren bietet eine schnelle, marktorientierte Bewertung. Hier wird das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) mit einem branchenspezifischen Faktor multipliziert, der bei vielen mittelständischen Unternehmen zwischen 4,0 und 6,0 liegt. Um die Gewinne zu bereinigen, sollten einmalige Effekte entfernt und ein kalkulatorischer Unternehmerlohn abgezogen werden, der dem branchenüblichen Gehalt entspricht. Diese Normalisierung hilft potenziellen Käufern, die tatsächliche Ertragskraft des Unternehmens besser zu verstehen.

Praktische Erfahrungen bestätigen diese Ansätze:

„Der Wert wird mit wissenschaftlichen Methoden und bestimmten Annahmen ermittelt, während der Preis das Ergebnis individueller Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer ist." – Frank Smajek, Unternehmer und Projektentwickler

Die Substanzwertmethode dient als Preisuntergrenze. Sie basiert auf dem Wiederbeschaffungswert aller physischen Vermögenswerte, wie Büroausstattung, Gutachtensoftware und Fuhrpark, abzüglich der Verbindlichkeiten. Dieser Liquidationswert stellt den Mindestwert des Unternehmens dar. Es ist wichtig zu beachten, dass bereits eine Änderung des Kapitalisierungszinssatzes von 8 % auf 10 % den berechneten Unternehmenswert um 25 % reduzieren kann.

Zusätzlich spielen vertragliche Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Die Restlaufzeit des Franchisevertrags sowie die Übertragungsbedingungen des Franchisegebers beeinflussen die Risikokomponente der Bewertung erheblich. Eine Verbesserung Ihrer Creditreform-Bewertung kann helfen, den Risikozuschlag zu senken und den ermittelten Wert zu steigern.

Qualifizierte Käufer ansprechen

Wenn Sie KFZ-Meister, Ingenieure oder erfahrene Altgesellen mit langjähriger Praxis im Automobilsektor ansprechen möchten, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, sind Sie auf dem richtigen Weg. In Deutschland gibt es aktuell rund 6.000 freie Kfz-Sachverständige, doch viele von ihnen stehen kurz vor dem Ruhestand. Das eröffnet klare Chancen für Übernahmen. Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von etwa 50.000 € als angestellter Gutachter ist der Anreiz für qualifizierte Fachkräfte hoch, ein eigenes Franchise zu übernehmen.

Sobald Ihre Zielgruppe definiert ist, geht es darum, diese potenziellen Käufer gezielt zu erreichen. Plattformen wie Nexxt Change oder die IHK-Nachfolgebörse sind ideale Orte, um Ihr Franchise-Angebot zu präsentieren. Ergänzend können Sie auf die Unterstützung von M&A-Beratern wie Rolf Popp PRO Consult setzen, die sich auf technische Unternehmen und Nachfolgelösungen im Mittelstand spezialisiert haben. Branchenverbände wie der BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft) bieten ebenfalls Zugang zu Unternehmern und Family Offices. Bildungseinrichtungen wie SB.WERK, die neue Kfz-Gutachter ausbilden, sind weitere wertvolle Kontakte, da viele Absolventen nach Wegen in die Selbstständigkeit suchen.

Zum Schutz vor Wettbewerbern empfiehlt es sich, ein anonymes Kurzprofil Ihres Unternehmens zu erstellen. Detaillierte Informationen können Sie nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) weitergeben. Heben Sie dabei Ihre etablierte Marktposition und den bestehenden Kundenstamm hervor – ein bestehendes Geschäft ist für Käufer oft attraktiver als ein kompletter Neustart. Zeigen Sie auch, wie Ihr Franchise durch digitale Tools wie eine SEO-optimierte Website oder eine 24-Stunden-Notfallnummer kontinuierlich neue Kunden gewinnt.

Um Ihre Verhandlungsposition zu stärken, sollten Sie mehrere Interessenten gleichzeitig ansprechen. Erstellen Sie eine „Longlist“ potenzieller Käufer, die lokale Wettbewerber, größere Gutachtergruppen und strategische Investoren aus der Automobilbranche umfasst. Fachanzeigen und die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden helfen Ihnen zusätzlich, gezielt Aufmerksamkeit zu generieren. Dieses Vorgehen verschafft Ihnen eine solide Basis für den Verkaufsprozess und erleichtert den Übergang in die Verhandlungsphase.

„The magic DEAL is the result of a comprehensive and active preparation, generating and recognizing of opportunities and dealing with values!" – Rolf Popp, Geschäftsführer, ROLF POPP PRO Consult GmbH

Verhandlungen mit Zustimmung des Franchisegebers führen

Sobald ein qualifizierter Käufer ausgewählt wurde, sollten Sie den Franchisegeber so früh wie möglich in den Prozess einbinden. In Deutschland haben Franchisegeber das gesetzliche Recht, die Übertragung von Franchiserechten einzuschränken. Häufig finden sich in Franchiseverträgen sogenannte „Change-in-Control“-Klauseln. Diese räumen dem Franchisegeber besondere Informationsrechte ein und können ihm sogar das Recht geben, den Vertrag zu kündigen, falls Anteile ohne seine Zustimmung übertragen werden. Eine frühzeitige Einbindung schafft somit eine solide Grundlage für einen geordneten Verhandlungsprozess.

Wenden Sie sich rechtzeitig an das Support-Team Ihres Franchisegebers, um die Bedingungen für die Übertragung und mögliche Schulungsanforderungen zu klären. Der Franchisegeber wird in der Regel die fachlichen Qualifikationen, persönlichen Eigenschaften und finanziellen Mittel des potenziellen Käufers prüfen, bevor er seine Zustimmung erteilt. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass der Käufer über die notwendige Expertise verfügt. Auch wenn die Berufsbezeichnung „Kfz-Gutachter“ nicht gesetzlich geschützt ist, verlangen Versicherungen in der Regel einen Nachweis über entsprechende Fachkenntnisse.

Zusätzlich zur Prüfung der Qualifikationen sollten Sie ein detailliertes Nachfolgekonzept erstellen. Dieses Konzept sollte darlegen, wie der Käufer den Ruf und die Standards des Franchiseunternehmens aufrechterhalten will. Klären Sie außerdem frühzeitig, wer für die Übertragungsgebühren aufkommt. Diese Gebühren können je nach Standort, Gebiet und Umsatzpotenzial unterschiedlich ausfallen.

Falls Ihr Vertrag eine nachvertragliche Wettbewerbsklausel enthält, beachten Sie, dass diese in Deutschland auf maximal ein Jahr nach Vertragsende begrenzt ist. Sie darf sich außerdem nur auf das Vertragsgebiet sowie auf gleiche Produkte oder Dienstleistungen beziehen. Um die Gültigkeit dieser Klausel zu gewährleisten, sollten Sie gegebenenfalls über eine „angemessene Vergütung“ verhandeln.

Fazit

Der Verkauf eines KFZ-Gutachter-Franchise erfordert eine durchdachte und sorgfältige Planung. Der gesamte Prozess – von der Vorbereitung bis zum endgültigen Abschluss – nimmt bei kleinen und mittleren Unternehmen in der Regel 1 bis 2 Jahre in Anspruch. Auch wenn diese Zeit Geduld erfordert, sorgt sie dafür, dass Sie den bestmöglichen Verkaufspreis erzielen und einen reibungslosen Übergang gewährleisten.

Eine gründliche Vorbereitung bringt klare Vorteile mit sich. Transparente Finanzunterlagen und klar definierte Alleinstellungsmerkmale (USPs) verbessern Ihre Verhandlungsposition erheblich. Gleichzeitig können Sie durch eine frühzeitige Due-Diligence-Analyse mögliche Risiken – sei es rechtlicher, finanzieller oder operativer Natur – bereits im Vorfeld minimieren. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen für den Käufer oder gar das Scheitern der Verhandlungen. Wie Gunter Freiherr von Leoprechting es treffend beschreibt:

„Eine mit unzureichender Genauigkeit durchgeführte Bewertung eines Unternehmens kann den Verkaufspreis zum Nachteil des Eigentümers drastisch verändern".

Darüber hinaus schaffen transparente Unterlagen und die Unterstützung durch Experten Vertrauen bei potenziellen Käufern. Die frühzeitige Zusammenarbeit mit Steuerberatern, Rechtsanwälten und M&A-Beratern sorgt dafür, dass Sie bei Verhandlungen mit professionellen Käufern auf Augenhöhe agieren können. Unter bestimmten Bedingungen können Sie außerdem in Deutschland von einem steuerfreien Freibetrag von bis zu 45.000 € auf den Veräußerungsgewinn profitieren.

Von der Erstellung detaillierter Finanzunterlagen bis hin zur Optimierung interner Prozesse: Ihre Vorbereitung zahlt sich aus. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, wie etwa bei der Mitarbeiterübertragung gemäß § 613a BGB, sowie eine geplante Übergangsphase von 3 bis 12 Monaten sichern die Kontinuität des Geschäftsbetriebs. Mit einer strukturierten Herangehensweise machen Sie Ihr Franchise zu einer attraktiven Investitionsmöglichkeit und schaffen die Grundlage für einen erfolgreichen Eigentümerwechsel.

FAQs

Welche rechtlichen Vorgaben muss ich beim Verkauf meines KFZ-Gutachter-Franchises beachten?

Beim Verkauf eines KFZ-Gutachter-Franchises gibt es eine Reihe von rechtlichen Aspekten, die Sie beachten sollten, um einen sicheren und reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Eine gründliche Due-Diligence-Prüfung ist dabei unverzichtbar. Hierbei werden wichtige Dokumente wie Gewerbeanmeldungen, Handwerkszulassungen oder Konzessionen geprüft. Fehlende oder ungültige Unterlagen können den Verkaufsprozess erheblich verzögern oder sogar gefährden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der Franchise-Vertrag. Dieser sollte sorgfältig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Besonders wichtig sind dabei Regelungen zur Markennutzung, Kündigungsfristen, Wettbewerbsverbote und die Weitergabe von Know-how. Auch die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) spielt eine wesentliche Rolle, insbesondere wenn es um die Übertragung von Kundendaten geht.

Darüber hinaus müssen steuerliche und haftungsrechtliche Fragen geklärt werden. Die Rechtsform des Unternehmens hat Einfluss auf die steuerlichen Verpflichtungen, und für die Übertragung von Gesellschaftsanteilen ist eine notarielle Beurkundung des Kaufvertrags gesetzlich vorgeschrieben. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung schaffen Sie die Grundlage für einen erfolgreichen und rechtssicheren Verkauf Ihres Franchises.

Wie kann ich den Wert meines KFZ-Gutachter-Franchises realistisch einschätzen?

Um den Wert eines KFZ-Gutachter-Franchises realistisch zu ermitteln, ist eine gründliche Unternehmensbewertung unerlässlich. Dabei spielen sowohl finanzielle Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn und Vermögenswerte als auch immaterielle Werte wie Markenimage, digitale Systeme und ein starkes Netzwerk eine zentrale Rolle.

Ein guter Ausgangspunkt ist die Analyse der Geschäftszahlen der letzten drei bis fünf Jahre. Dazu gehören Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Cashflow-Reports. Um ein klares Bild zu erhalten, sollten außergewöhnliche Posten, wie einmalige Investitionen, aus den Zahlen herausgerechnet werden. Für die Bewertung eignet sich das Ertragswertverfahren: Hierbei wird das bereinigte Ergebnis (EBITDA) mit einem branchenspezifischen Multiplikator (in der Regel zwischen 3 und 6) multipliziert.

Neben den Zahlen sind immaterielle Werte entscheidend. Ein starkes Markenimage, moderne digitale Gutachten-Systeme oder ein gut ausgebautes Standortnetzwerk können das zukünftige Ertragspotenzial erheblich beeinflussen. Ein Vergleich mit kürzlich verkauften Franchises in derselben Branche kann zudem helfen, den ermittelten Wert zu überprüfen und realistisch einzuordnen.

Wie bereite ich mein KFZ-Gutachter-Franchise optimal für den Verkauf vor?

Um Ihr KFZ-Gutachter-Franchise erfolgreich zu verkaufen, sollten Sie einige grundlegende Schritte beachten, die den gesamten Prozess erleichtern und Ihre Erfolgschancen erhöhen.

1. Analyse und Vorbereitung
Beginnen Sie mit einer gründlichen Bewertung Ihres Franchises. Schauen Sie sich Zahlen wie Umsatz, Gewinn und Ihren Kundenstamm genau an. Diese Daten helfen Ihnen, den Wert Ihres Unternehmens realistisch einzuschätzen. Legen Sie außerdem klare Ziele fest: Wie viel möchten Sie erzielen? Bis wann soll der Verkauf abgeschlossen sein? Eine solide Vorbereitung legt den Grundstein für ein überzeugendes Verkaufsangebot.

2. Erstellung professioneller Verkaufsunterlagen
Ein ansprechendes Exposé ist entscheidend. Stellen Sie die Stärken Ihres Franchises heraus – etwa ein etabliertes Netzwerk oder moderne digitale Prozesse. Ergänzen Sie diese Informationen durch konkrete Finanz- und Betriebsdaten, damit potenzielle Käufer die Entwicklung und das Potenzial Ihres Unternehmens nachvollziehen können.

3. Kontaktaufnahme und Verhandlungen
Suchen Sie aktiv nach Interessenten. Nutzen Sie Branchenplattformen, Netzwerke oder persönliche Kontakte, um potenzielle Käufer anzusprechen. Führen Sie offene und transparente Gespräche, stellen Sie alle relevanten Unterlagen bereit und sorgen Sie dafür, dass vertragliche Regelungen klar und verständlich sind. So schaffen Sie die Basis für einen reibungslosen Übergang.

Mit einer gut organisierten und professionellen Herangehensweise steigern Sie die Wahrscheinlichkeit, den passenden Käufer zu finden und den Verkauf erfolgreich abzuschließen.

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