Oldtimer-Importe können durch Zölle und Steuern stark beeinflusst werden. Fahrzeuge aus Nicht-EU-Ländern unterliegen in der Regel einem Standardzoll von 10 % und 19 % Einfuhrumsatzsteuer. Oldtimer genießen jedoch steuerliche Vorteile: 0 % Zoll und 7 % Einfuhrumsatzsteuer, wenn sie als „Sammlungsstücke“ eingestuft werden. Voraussetzung: mindestens 30 Jahre alt, im Originalzustand und nicht mehr produziert. Innerhalb der EU entfallen Zölle komplett. Fehler bei der Deklaration oder unvollständige Dokumente können jedoch hohe Kosten verursachen.

Wichtigste Punkte:

  • Zollfrei für Oldtimer (30+ Jahre): 0 % Zoll, 7 % Einfuhrumsatzsteuer.
  • Nicht-EU-Importe: 10 % Zoll, 19 % Umsatzsteuer für moderne Fahrzeuge.
  • Dokumentation entscheidend: Nachweise wie Baujahr, Originalzustand und Modellhistorie erforderlich.
  • EU-Importe: Keine Zölle oder Zollformalitäten.

Ein Beispiel: Ein Oldtimer im Wert von 30.000 € kostet inkl. Versand nur 2.205 € an Steuern (statt 9.555 € bei modernen Fahrzeugen). Die richtige Vorbereitung spart Zeit und Geld.

Steuervorteile für Oldtimer: Ermäßigte Sätze erklärt

Was qualifiziert ein Fahrzeug als Oldtimer für Zollvergünstigungen?

Damit ein Fahrzeug als Oldtimer gilt und von steuerlichen Vergünstigungen profitieren kann, muss es bestimmte Kriterien erfüllen. Es muss mindestens 30 Jahre alt sein, sich im Originalzustand befinden und eine kulturelle oder historische Bedeutung haben. Die Einstufung erfolgt unter der Tarifposition 9705 des EU-Zollkodex als „Sammlungsstück“. Um dies nachzuweisen, benötigen Importeure Dokumente wie eine Baujahrbestätigung, die Originalspezifikationen des Herstellers und eine detaillierte Fahrzeughistorie. Diese Unterlagen sind entscheidend, um das Alter und die Authentizität gegenüber dem deutschen Zoll zu belegen.

Wie ermäßigte Zollsätze die Importkosten senken

Die Anerkennung eines Fahrzeugs als Oldtimer bringt erhebliche finanzielle Vorteile mit sich. Solche Fahrzeuge sind von der 10-prozentigen Einfuhrabgabe komplett befreit, und die Einfuhrumsatzsteuer sinkt von 19 % auf nur 7 %. Ein Beispiel verdeutlicht das Einsparpotenzial: Bei einem Fahrzeugwert von 30.000 € würden für ein modernes Auto etwa 9.555 € an Steuern anfallen. Ein als Oldtimer anerkanntes Fahrzeug hingegen kostet lediglich rund 2.205 € an Steuern – das ergibt eine Ersparnis von über 7.300 €.

Zusätzlich zu den Zollvorteilen gibt es weitere Anreize: Nach erfolgreicher Einfuhr und bestandener TÜV-Prüfung können Oldtimer ein H-Kennzeichen erhalten. Dieses Kennzeichen bietet nicht nur eine reduzierte Kfz-Steuer, sondern auch Ausnahmen von Umweltzonenregelungen.

Importkosten: Oldtimer vs. moderne Fahrzeuge

Oldtimer vs. moderne Fahrzeuge: Importkosten-Vergleich für Deutschland

Oldtimer vs. moderne Fahrzeuge: Importkosten-Vergleich für Deutschland

Kostenaufschlüsselung beim Oldtimer-Import

Die Kosten für den Import von Oldtimern unterscheiden sich deutlich von denen moderner Fahrzeuge. Oldtimer, die älter als 30 Jahre sind, profitieren von besonderen Zoll- und Steuerregelungen: Sie sind von der üblichen 10-prozentigen Einfuhrabgabe befreit, und auf den Fahrzeugwert sowie die Versandkosten wird lediglich ein reduzierter Einfuhrumsatzsteuersatz von 7 % erhoben.

Ein Beispiel: Beträgt der Importwert eines Oldtimers (Fahrzeugwert plus Versandkosten) 31.500 €, so fallen 7 % Umsatzsteuer an – das entspricht 2.205 €. Zusätzliche Kosten können durch die TÜV-Abnahme oder Anpassungen an deutsche Standards entstehen, wie etwa Änderungen an der Beleuchtung. Der Vergleich mit modernen Fahrzeugen verdeutlicht die finanziellen Unterschiede.

Kostenvergleichstabelle: Oldtimer vs. moderne Fahrzeuge

Eine Analyse von Dan Burkandt von West Coast Shipping aus dem März 2025 zeigt, wie stark die Kosten variieren. Bei einem Fahrzeugwert von 30.000 € und Versandkosten von 1.500 € summieren sich die Abgaben für ein modernes Fahrzeug auf 9.555 € – das umfasst 3.000 € Zoll und 6.555 € Umsatzsteuer. Im Gegensatz dazu kostet ein qualifizierter Oldtimer nur 2.205 € an Steuern. Das ergibt eine Ersparnis von 7.350 €.

Kostenfaktor Modernes Fahrzeug Oldtimer (30+ Jahre)
Fahrzeugwert 30.000 € 30.000 €
Versandkosten 1.500 € 1.500 €
Einfuhrabgabe 3.000 € (10 %) 0 € (0 %)
Umsatzsteuer 6.555 € (19 %) 2.205 € (7 %)
Gesamtabgaben 9.555 € 2.205 €
Ersparnis 7.350 €

Der entscheidende Unterschied liegt in der Berechnungsgrundlage und den Steuersätzen: Bei modernen Fahrzeugen wird die Umsatzsteuer auf den Gesamtwert inklusive der 10-prozentigen Zollgebühr berechnet (34.500 €). Für Oldtimer hingegen wird nur der Fahrzeugwert plus Versandkosten (31.500 €) herangezogen.

Wie sich Zölle auf Marktverfügbarkeit und Preisgestaltung auswirken

Wie Zölle die Beschaffungsregionen beeinflussen

Zollregelungen haben einen großen Einfluss darauf, aus welchen Regionen Fahrzeuge beschafft werden. Seit 2025 hat sich die Dynamik des Handels spürbar verändert. Ein Beispiel: Die Einführung von 25 % Zöllen auf Fahrzeugimporte in die USA hat dazu geführt, dass klassische Fahrzeuge verstärkt von den USA nach Deutschland exportiert werden. Besonders auffällig ist der Trend zu sogenannten Reverse Imports – europäische Modelle, die einst in die USA exportiert wurden und nun den Weg zurück nach Deutschland finden.

Beliebte Modelle wie der Mercedes-Benz R107 SL oder der Porsche 911 (993-Generation) sind hier besonders gefragt. Das trockene Klima in vielen US-Bundesstaaten sorgt dafür, dass diese Fahrzeuge oft in einem hervorragenden Zustand sind, da Korrosionsschäden minimiert werden. Zudem gleichen die Zollvorteile und Steuereinsparungen die hohen transatlantischen Versandkosten häufig vollständig aus.

Ein weiterer Faktor, der den Markt beeinflusst, ist die sogenannte 30-Jahre-Regel. Fahrzeuge, die 30 Jahre oder älter sind, profitieren von zollbegünstigten Importen. Ab 2025 sind Modelle ab Baujahr 1995 in diese Kategorie gefallen, was zu einem regelrechten Importboom geführt hat. Besonders amerikanische Lifestyle-Fahrzeuge wie der Ford Bronco erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie perfekt zum Outdoor-Trend in Europa passen. Diese Veränderungen in den Beschaffungsströmen wirken sich direkt auf die Preisgestaltung auf dem Markt aus.

Preisentwicklungen am Oldtimer-Markt

Die Zollvorteile haben nicht nur einen großen Einfluss auf die Importeure, sondern auch auf die Endpreise der Fahrzeuge. Rückimporte und die günstigen Importbedingungen sorgen dafür, dass viele Klassiker zu attraktiven Preisen auf den deutschen Markt kommen. Ein gut erhaltener Mercedes-Benz R107 SL aus den USA wird beispielsweise für Preise zwischen 25.000 € und 60.000 € gehandelt. Basismodelle des Porsche 911 (993) starten bei etwa 60.000 €, während Turbo-Varianten Preise von über 250.000 € erreichen können.

Auch Fahrzeuge mit hohem Sammlerwert, sogenannte Investment-Grade-Klassiker, profitieren von diesen Entwicklungen. Ein Dodge Challenger der ersten Generation (1970–1974) kostet in der Basisausführung etwa 40.000 €, während restaurierte Hemi-Modelle Spitzenwerte von über 200.000 € erzielen. Durch die steuerlichen Vorteile wird der Zugang zu hochwertigen Klassikern für deutsche Sammler erleichtert, was den Markt weiter belebt.

Oldtimer importieren: Praktische Schritte

Erforderliche Dokumente für reduzierte Zollsätze

Wer einen Oldtimer importieren möchte, muss die notwendigen Dokumente sorgfältig vorbereiten. Dazu gehören ein schriftlicher Kaufvertrag als Eigentumsnachweis, die Original-Fahrzeugpapiere aus dem Herkunftsland (z. B. der US Title bei Importen aus den USA) und eine korrekte Zollanmeldung als „Sammlungsstück“ unter der Zolltarifnummer 9705.

Der ADAC weist darauf hin:

„Wichtig ist, dass der Einführer sein Fahrzeug gleich bei der Zollanmeldung als Sammlungsstück deklariert".

Wird diese Deklaration versäumt, gelten die regulären Sätze von 10 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer.

Bei Importen aus EFTA-Ländern wie der Schweiz oder Norwegen wird zusätzlich die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 benötigt – allerdings nur, wenn das Fahrzeug tatsächlich in einem präferenzberechtigten Land hergestellt wurde. Nach erfolgreicher Zollabwicklung erhalten Sie die notwendigen Papiere für die Zulassung.

Eine gründliche Dokumentation ist unerlässlich, um typische Fehler zu vermeiden.

Häufige Fehler beim Oldtimer-Import vermeiden

Ein oft gemachter Fehler ist, das Fahrzeug nicht direkt beim ersten EU-Zollamt als Sammlungsstück zu deklarieren. Versäumnisse bei der Deklaration können zu erheblichen Mehrkosten führen, da dann die regulären Zollsätze angewendet werden.

Auch eine unvollständige Dokumentation kann Probleme bereiten. Fehlen beispielsweise die Original-Fahrzeugpapiere oder Nachweise über das Baujahr, greifen die Zollbehörden automatisch auf die Standard-Zollsätze zurück. Darüber hinaus müssen Oldtimer im Originalzustand sein. Bedeutende Umbauten – etwa an Fahrgestell, Motor oder Lenkung – können dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr als Oldtimer, sondern als modernes Fahrzeug eingestuft wird.

Besonders bei EFTA-Importen ist Vorsicht geboten: Ein in den USA produzierter Oldtimer, der aus der Schweiz importiert wird, benötigt ein gültiges EUR.1-Zertifikat, um von einer Zollbefreiung zu profitieren. Diese Befreiung gilt ausschließlich für Fahrzeuge, die tatsächlich in der EU oder einem EFTA-Land hergestellt wurden. Es ist daher ratsam, vor dem Kauf das zuständige Hauptzollamt zu kontaktieren, um sicherzustellen, dass Ihr Fahrzeug als Sammlungsstück anerkannt wird.

Um solche Probleme zu vermeiden und eine reibungslose Zollabwicklung zu gewährleisten, sind professionelle Gutachten von großer Bedeutung.

Warum professionelle Gutachten für die Zollqualifikation wichtig sind

Ein professionelles Gutachten ist der Schlüssel für die Anerkennung durch die Zollbehörden. Es bestätigt den Originalzustand des Fahrzeugs, weist Alter und Herstellungsdatum nach und dokumentiert, dass das Modell nicht mehr produziert wird. Gerade bei Fahrzeugen, die vor 1996 gebaut wurden und für die häufig keine Übereinstimmungsbescheinigung (COC) vorliegt, ist ein technisches Gutachten unverzichtbar für Import und Zulassung.

Die CUBEE Sachverständigen AG bietet spezialisierte Oldtimer-Bewertungen, die diese Anforderungen erfüllen. Mit einem breiten Netzwerk an Container-Standorten in Deutschland und Europa sowie mobilen Gutachtern, die direkt vor Ort arbeiten, sorgt CUBEE für schnelle und präzise Begutachtungen. Dank eines digitalisierten Prozesses können Originalität und Zustand des Fahrzeugs zeitnah und detailliert dokumentiert werden – genau das, was die Zollbehörden für die Anerkennung als Sammlungsstück benötigen.

Fazit

Beim Import von Oldtimern entscheidet die korrekte Deklaration darüber, ob hohe oder deutlich reduzierte Kosten anfallen. Während reguläre Fahrzeuge mit 10 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer belastet werden, profitieren Sammlerstücke von ermäßigten Sätzen. Das kann Einsparungen im fünfstelligen Bereich bedeuten – vorausgesetzt, die Vorbereitung ist lückenlos und sorgfältig.

Die Vorbereitung spielt eine zentrale Rolle. Fehlen Dokumente oder werden Fahrzeuge falsch deklariert, gelten die regulären Tarife. Bei Importen aus EFTA-Staaten ist zusätzlich die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 notwendig – allerdings nur, wenn das Fahrzeug tatsächlich in der EU oder einem EFTA-Land hergestellt wurde. Um diese Vorteile zu nutzen, ist ein valides Gutachten unverzichtbar.

Ein solches Gutachten dokumentiert den Originalzustand, das Alter und den Produktionsstopp des Fahrzeugs – alles entscheidend für die Anerkennung durch den Zoll. Besonders bei Fahrzeugen, die vor 1996 gebaut wurden und keine COC-Bescheinigung besitzen, ist ein technisches Gutachten unerlässlich.

Die CUBEE Sachverständigen AG bietet spezialisierte Oldtimer-Bewertungen, die genau diese Anforderungen erfüllen. Mit einem digitalisierten Prozess, einem weitreichenden Standortnetzwerk und mobilen Gutachtern erhalten Sie schnell die nötigen Unterlagen für eine reibungslose Zollabwicklung. So vermeiden Sie kostspielige Fehler und sichern sich die reduzierten Zollsätze.

FAQs

Welche Unterlagen benötige ich, um einen Oldtimer als Sammlungsstück beim Zoll anzumelden?

Damit ein Oldtimer bei der Einfuhr als „Sammlungsstück“ anerkannt wird, müssen Sie dem Zoll bestimmte Unterlagen vorlegen, die den historischen oder sammlerischen Wert des Fahrzeugs nachweisen. Hierzu zählen:

  • Kaufvertrag: Enthält Angaben zum Kaufpreis und zu den Fahrzeugdaten.
  • Fahrzeugpapiere: Dazu gehören die Zulassungsbescheinigung Teil I/II oder COC-Dokumente.
  • Eigentumsnachweis: Zum Beispiel eine schriftliche Bestätigung des Verkäufers über das Eigentum.
  • Gutachten: Ein Dokument, das Seltenheit, historischen Wert und Marktwert des Fahrzeugs bestätigt, wie etwa ein Oldtimer-Gutachten der CUBEE Sachverständigen AG.

Mit diesen Unterlagen kann das Fahrzeug in die Zolltarifposition 9705 („Sammlungsstück von geschichtlichem Wert“) eingestuft werden. Das bringt zwei Vorteile: Der Import ist zollfrei, und es gilt ein ermäßigter Steuersatz von 7 %. Wichtig ist, dass Sie alle Dokumente vollständig einreichen, um die Einstufung zu gewährleisten.

Welche Auswirkungen hat eine falsche Deklaration beim Import eines Oldtimers auf die Kosten?

Beim Import eines Oldtimers kann eine falsche Deklaration schnell teuer werden. Statt von den ermäßigten 0 % Zoll und 7 % Einfuhrumsatzsteuer zu profitieren, die für Sammlerstücke gelten, wird der Oldtimer nach der Standard-Tarifposition 8703 behandelt. Das bedeutet: Es fallen 10 % Zoll und 16 % oder sogar 19 % Einfuhrumsatzsteuer (bei Pkw) auf den Einfuhrwert an.

Um diese zusätzlichen Kosten zu vermeiden, ist es entscheidend, den Oldtimer korrekt als Sammlerstück zu deklarieren. Dafür müssen allerdings bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie zum Beispiel ein Mindestalter des Fahrzeugs oder ein nachweisbarer historischer Wert. Eine professionelle Begutachtung – etwa durch die CUBEE Sachverständigen AG – kann dabei helfen, den Oldtimer präzise einzuordnen und unnötige finanzielle Belastungen zu vermeiden. Solche Gutachten bieten Sicherheit und sorgen dafür, dass der Import reibungslos und kosteneffizient abläuft.

Warum ist ein professionelles Gutachten beim Oldtimer-Import wichtig?

Ein professionelles Gutachten spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, den Alter, Zustand und Marktwert eines Oldtimers zu belegen. Mit einem solchen Nachweis kann der Oldtimer als Sammlungsstück anerkannt werden, was oft Vorteile wie Zollbefreiung oder steuerliche Erleichterungen mit sich bringt.

Darüber hinaus schafft ein Gutachten Klarheit und Sicherheit im Importprozess. Es hilft, rechtliche Vorgaben einzuhalten und minimiert das Risiko von Streitigkeiten. Das ist besonders relevant, da die Anforderungen für den Import von Oldtimern nach Deutschland äußerst streng sind.

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